An die Stelle der Taschenbücher in bescheidenem Format traten nach englischen Mustern die grossen Albums und Jahrbücher, die sich jedoch eben so wenig in Deutschland wie in England hielten und den illustrierten Dichterwerken Platz machten.

Die Klassiker-Ausgaben.

Ebenfalls eine andere von England nach Deutschland verpflanzte, jedoch sehr schnell verschwindende Mode war die der Klassiker-Ausgaben in einem Bande grossen Formats mit gespaltenen Kolumnen. Dahingegen fanden die sogenannten Schiller-Ausgaben (von 1845 ab) in einem kleinen breiten Sedez eine grosse Verbreitung und andauernden Beifall. Jeder Verleger spürte in seinem Verlagskataloge eifrigst nach, ob er nicht einen von ihm übersehenen „Klassiker“ im Verlage habe und mancher wunderbare Klassiker-Heilige zeigte sich mit der Schillerkutte angethan. Selbst umfangreichere wissenschaftliche Werke fielen der Schillerformat-Manie anheim. Für die epochemachende Tauchnitz-Collection war dies Format bereits 1842 angenommen.

Konversationslexika.

Die Bedürfnisse nach allgemeinen encyklopädischen Kenntnissen fanden reiche Nahrung durch die grosse Zahl von Konversationslexika mit oder ohne Illustrationen, die alle mehr oder weniger in Brockhaus' Kielwasser mit einer von ihm in billigster Weise entlehnten Ladung segelten. Sogar die Damen erhielten ein solches Lexikon und es fehlte auch nicht einmal eins für Kinder.

Die Zensurplackereien in den Jahren 1830–1848 überschritten alle Grenzen. Zwar waren Schriften über 20 Bogen zensurfrei geworden, jedoch musste 24 Stunden vor der Herausgabe ein Exemplar der Polizei überreicht werden, und diese Zeit genügte für die provisorische Beschlagnahme, die in ihren Wirkungen für Die politische Poesie.den Verleger einer definitiven ziemlich gleichkam. Für die politische Poesie und den politischen und sozialen Roman lag hierin ein Vorschub, da diesen Erzeugnissen nicht so leicht beizukommen war als denjenigen eines klar ausgesprochenen politischen Inhalts. Der Unterdrückte wird durch strenge Massregeln seiner Überwacher nur erfinderischer in der Auswahl seiner Mittel, diese zu umgehen, und die erwähnten Litteraturzweige blühten.

Pressfreiheit.

So hatte es lange unter der Asche geglimmt, bevor der Brand infolge der Pariser Februar-Revolution 1848 in Deutschland in hellen Flammen sich Luft machte. Eine Folge war die endliche Gewährung der seit mehr als 30 Jahren verheissenen Pressfreiheit und die unbehelligte Einfuhr der Bücher in Österreich, bei welcher jedoch der Buchhandel pekuniär vorläufig wenig gewann, da der Reiz des Besitzes des Verbotenen nunmehr aufhörte.

Die Zeitungen und Broschüren.