Als Galvanoplastiker erwarb sich in Leipzig C. A. Kloberg, als Graveur R. Gerhold Ruf. In Magdeburg zeichnete sich in diesem Fache Feodor Schmitt (früher Falckenberg & Co.) aus, dessen Spezialitäten Numerierwerke und alle Messingarbeiten für Buchbinder sind.

Frankfurt a. M.

Frankfurt A. M. behielt, mit dem benachbarten Offenbach, selbst nachdem der Hauptsitz der Typographie und des Buchhandels nach Leipzig verlegt war, die Superiorität als Sitz der Schriftgiesserei. Ein verdientes Ansehen genoss dort schon lange die J. Andreae.Schriftgiesserei von J. Andreae (I, S. 131), die einen wesentlichen Einfluss auf die Ausbildung des guten Geschmacks geübt hat. Sie verbesserte das Konkordanzsystem und war eifrig für die Einführung des einheitlichen Kegel- und Höhesystems (I, S. 160) thätig. Im Jahre 1838 ging das Geschäft auf Benj. Krebs über, der auch die ersten guten deutschen Schreibschriften lieferte, deren Zeichen zwar, wie die der Anglaise, auf schrägem Kegel geschnitten, jedoch nicht wie die letztere aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt werden mussten. Jedes Typenstück ist zugleich ein vollständiger Buchstabe, nur existieren, wie in der Ronde, von manchen Buchstaben Varianten (bis zu fünf) unter Berücksichtigung der Anschlüsse an die Nachbarbuchstaben. Krebs hat auch durch sein für die damalige Zeit (1827) vortreffliches und heute noch nicht übertroffenes „Handbuch der Buchdruckerkunst“ sehr wohlthätig gewirkt. Die Firma lieferte auch vorzügliche hebräische, und in jüngerer Zeit auch Frakturschriften, die zu den besten gehören; seit 1870 ist H. Poppelbaum alleiniger Besitzer der Firma.

F. Dresler.

Im Jahre 1827 gründete Friedr. Dresler mit Rost-Fingerlin in Frankfurt eine Schriftgiesserei, die bald einen weiten Ruf erlangte. Die Dreslerschen gothischen Schriften wurden allgemein nachgeahmt und seine Fraktur fand sogar Eingang in die Nationaldruckerei in Paris. Dresler schnitt auch Musiknoten ohne Linienansätze, welche für sich gesetzt und dann einer, die Linien enthaltende Druckform aufgedruckt wurden. Doch hat dieses Verfahren trotz des durch die Zweifarbenmaschine erleichterten Doppeldruckes sich nie einbürgern können. Die Verwendung von zweierlei Metall, Messing für die Linien und Schriftzeug für die Noten, bietet schon wesentliche Nachteile, da die Abnutzung eine verschiedene ist, der C. Meyer.H. Flinsch.Druck demnach nie ein recht gleichmässiger sein wird. Dreslers tüchtiger Nachfolger Carl Meyer verfolgte, unterstützt von Ferd. Michael, die begonnenen Pläne weiter und H. Flinsch, in dessen Besitz das Geschäft 1859 überging, vollendete sie.

Unter Flinsch ist die Anstalt zu der grössten Deutschlands, zu einer der grössten der Welt herangewachsen. Im Jahre 1882 waren vorhanden: 92 Giessmaschinen, welche täglich ca. 2 Millionen Typen liefern können, ausserdem 26 Schleif- und viele Hülfsmaschinen. Die Zahl der Arbeiter betrug über 200. An Stempeln besass die Offizin 106000, an Matrizen 198200. Flinsch war der erste in Deutschland, der die Johnson-Atkinsonsche Giessmaschine einführte und Matrizen von Stahl und Neusilber verwendete, auch für die Güte und Härte des Zeugs wurden grosse Anstrengungen gemacht.

J. C. Bauer * 1802, † 1867.

Als Schriftschneider erwarb sich Joh. Chr. Bauer aus Hanau ein grosses Ansehen. Nachdem er sich in England ausgebildet hatte, begann er 1828 seine schönen Frakturschriften auszuführen, von welchen die ersten 1852 erschienen. Nach und nach folgten andere und Bauer schnitt über 10000 Stempel. Seine Nachfolger wirken in gleicher Richtung. Sie haben das Patent auf die Hepburnsche Giessmaschine erworben (S. [295]), deren Erfinder seine Thätigkeit dem Frankfurter Hause widmet.

C. D. May.

Cosman Damian May gehört halb Frankfurt, halb London an. Geboren in ersterer Stadt, ging er 1828 nach England und war bis 1845 Teilnehmer der Schriftgiesserei Miller & Richard. 1852 kam er wieder nach Frankfurt; kehrte jedoch 1865 abermals nach London zurück. Er schnitt Frakturschriften sowohl in einer abgerundeteren Form (Midoline), als auch in der üblichen eckigen. Bekannter sind seine Antiquaschriften geworden, deren treffliche Ausführung alles Lob verdient.