J. Ch. D. Nies.
J. H. Rust.
C. J. Ludwig.
Die Firma J. Ch. D. Nies wurde 1834 gegründet. C. J. Ludwig, aus der Flinschschen Schule hervorgegangen, hat sich seit 1876 für seine junge Firma bereits einen guten Ruf erworben. In dem benachbarten Offenbach zeichnete sich J. M. Huck & Co. und J. H. Rust, letzterer namentlich durch seine eleganten Ornamente und Einfassungen, aus.
Stuttgart hat in der Schriftgiesserei keine grosse Bedeutung gehabt. In neuester Zeit machte sich Otto Weisert durch seine Zierstücke, Stoffler & Backé durch Holzschriften bemerkbar. Solche fabrizierten namentlich Sachs & Schumacher in Mannheim, Nachtigall & Dohle in Aachen.
Österreich.
Andr. Haase * 30. Aug. 1804, † 25. Juni 1864.
In Österreich stand die Schriftgiesserei lange auf einem ziemlich untergeordneten Standpunkte. Eine Änderung hat man erst Gottlieb Haase in Prag zu verdanken, der in Österreich ungefähr dieselbe Stellung einnahm, wie Hänel in Deutschland.
Der Begründer der Firma war 1798 nach Prag eingewandert. Sein rasch aufgeblühtes Geschäft arbeitete mit 18 Pressen und war mit einer Schriftgiesserei verbunden. Der Sohn Andreas widmete sich nach einer sorgfältigen Erziehung der Buchdruckerkunst und übernahm, kaum zwanzig Jahre alt, nach dem Tode des Vaters im Verein mit seinen beiden jüngeren Brüdern Gottlieb und Rudolph das Geschäft, das bald eins der bedeutendsten in Österreich wurde. Im Jahre 1836 disponierte es bereits über eine Doppelmaschine, drei einfache Schnellpressen, zwölf Stanhope- und vierzehn ältere Handpressen, nebst zwei hydraulischen Glättpressen. Die Schriftgiesserei zählte 45 Arbeiter und versah ganz Österreich und die Donauländer. Eine Maschinenfabrik wurde in Wran angelegt. Nach dem Tode Andreas' übernahm Gottlieb als Chef die Leitung der Buchdruckerei. Ihm zur Seite stand als Dirigent der Schriftgiesserei sein Neffe Guido; Rudolph leitete die Buchhandlung. Im Jahre 1871 ging das Geschäft in die Aktiengesellschaft Bohemia auf, bis es Andreas Haase später wieder übernahm.
Schriftgiesserei in Wien.
Der sehr bedeutende Aufschwung, welchen die Wiener Schriftgiesserei in neuester Zeit genommen hat, entstammt zumteil den Bestrebungen Auers, zumteil den bei der günstigen Wendung der Pressverhältnisse nach Wien eingewanderten deutschen Geschäften. Die jetzt bedeutendste Schriftgiesserei Meyer & Schleicher, welche ihre Verbindungen selbst bis Japan ausdehnt, wurde, wie bereits erwähnt, als Filiale von Schelter & Giesecke in Leipzig gegründet. Sie führte die Atkinsonsche Giessmaschine in Wien ein. J. H. Rust aus Offenbach etablierte 1856 ein Geschäft. Aus einer Filiale von Krebs in Frankfurt a. M. ward die Firma Poppelbaum & Bossow, jetzt Poppelbaum. In jüngster Zeit folgte Jul. Klinkhardt aus Leipzig.
Ausser der Staatsdruckerei verbanden auch andere Druckanstalten mit ihren Druckoffizinen Schriftgiessereien, so v. Waldheim, Zamarski, Fromme. Letzterer verkaufte jedoch die Giesserei an Brendler & G. Harler. Carl Brendler schnitt vortreffliche orientalische Schriften und die stenographischen Typen für Faulmann.