Zu erwähnen bleibt noch die Vernickelung der Typen, eine Erfindung des Prof. Bötticher in Frankfurt a. M., die jedoch, da sie in Deutschland keinen Anklang fand, nach Amerika auswanderte, um dann von dort als Neuheit nach Deutschland importiert zu werden.

Die Schriftgiessmaschine.

Die Giessmaschine ist keine deutsche Erfindung, sie gelangte aber in Deutschland zur grossen Verwendung. E. Hänel war der erste, der sie hier baute, nachdem er das Patent Lauritz Brandts (Kap. [XVI]) erworben hatte. Ein Schüler Brandts, Corfitz Möller aus Kopenhagen, baute Giessmaschinen bei F. A. Brockhaus in Leipzig, Gursch & Klemm und C. Kisch in Berlin, Steiner in München und Rob. Kühnau in Leipzig waren bestrebt, sie zu verbessern. Grosse Verbreitung fanden die amerikanischen Apparate. Auf die neue Hepburnsche Maschine (S. [39]) hat, wie schon erwähnt, die Bauersche Giesserei in Frankfurt das Patentrecht.

Das anfängliche Misstrauen gegen die Giessmaschinen, hervorgerufen durch die, wegen der eingeschlossenen Luft verursachten Hohlheiten im Guss sowie die Unmöglichkeit der Verwendung von Hartmetall, ist nach Beseitigung dieser Übelstände durch verbesserte Konstruktion verstummt und die Giessmaschine steht jetzt in der Schriftgiesserei ebenbürtig der Schnellpresse in der Buchdruckerei zur Seite.

Die Setzmaschine.

Die Setzmaschine[183] (S. [40]) bahnt sich in Deutschland langsam den Weg und hat auch hier wenige praktische Verbesserungen gefunden. Erst in neuester Zeit nehmen die Erfindungen von Prasch in Wien, von A. v. Langen in Düsseldorf im Verein mit C. G. Fischer auf Schloss Holte in Westfalen[184], sowie von E. W. Brackelsberg in Hagen[185] die allgemeine Aufmerksamkeit in Anspruch, namentlich wird die Ablegemaschine der letzteren allgemein gelobt, jedoch sind diese Erfindungen noch zu neu, um ihnen in der Geschichte der Typographie jetzt schon einen bestimmten Platz anweisen zu können.

DIE ILLUSTRATION.

Die Illustration im XVIII. Jahrh.

Die grosse Ausdehnung der Illustration in dem XVI. Jahrhundert lernten wir bereits kennen (I, S. 105). Die Holzschnitte und Stiche Dürers hatten überall Eingang gefunden. Die Gegenstände aus dem profanen Leben waren jedem verständlich und auch die Darstellungen aus der heiligen Schrift in ihrer Naivetät ganz dem Fassungsvermögen des Publikums angemessen. Nicht so rasch gestaltete sich die Verallgemeinerung der Renaissance. Es fehlte dem grösseren Publikum der Sinn für die Schöpfungen derselben, der Zusammenhang mit dem Altertum war nicht wie in Italien vorhanden, und unter den Leiden des dreissigjährigen Krieges ging vollends der Geschmack an edleren Genüssen verloren. Die später eindringende französische Malerei diente namentlich zur Verherrlichung der Machthaber und stand dem Volke fern. Das Bedürfnis nach Schmuck im kleinen war aber doch nicht untergegangen und zeigte sich auch in der zweiten Hälfte durch einen Aufschwung in der Bücher-Ornamentierung und der Illustration.

D. Chodowiecki * 16. Okt. 1726, † 7. Febr. 1801.