Ritschl v. Hartenbach * 1797.
> W. Pfnorr.
Dan. Vogel d. ä.

Zu nennen sind noch J. Ritschl von Hartenbach, der sich jedoch nicht bis zur Meisterschaft erhob; der Kammersekretär Wilh. Pfnorr in Darmstadt, ein Dilettant, der aber Tüchtiges namentlich in ornamentalem Schmuck lieferte, und Daniel Vogel, der Vater, in Berlin.

Fr. Unzelmann * 1793, † 1855.

Der erste bedeutende Repräsentant der neuen Richtung der Holzschneidekunst ist Friedrich Unzelmann aus Berlin. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er auf der königlichen Akademie. Bis 1827 arbeitete er für Gubitz. Nach seiner Trennung von diesem zeigte er sofort eine freiere Handhabung der Technik. Bis jetzt hatte er, wie Gubitz, nur mit dem Messer in Langholz gearbeitet, jetzt griff er zum Stichel und zu dem Hirnholze.

Unzelmann stellte sich die Aufgabe, die ja auch die einzig wahre des Holzschneiders ist, wenn eine für den Holzschnitt korrekt gezeichnete Vorlage vorhanden ist, die Zeichnung vollständig facsimile wiederzugeben. Er lieferte viele Blätter zu den damals erscheinenden illustrierten Werken, namentlich A. Menzels „Friedrich der Grosse“, und zu den auf Rechnung des Königs von Preussen herausgegebenen Werken seines grossen Vorfahren. Ein Jubelblatt aus dem Jahre 1840, Gutenberg und Fust an der ersten Presse, ist in dem Archiv des Berliner Kupferstichkabinetts deponiert, um 1940 aufs neue gedruckt zu werden. Im Jahre 1843 wurde Unzelmann Mitglied der Akademie, 1844 Professor.

Ed. Kretzschmar * 21. März 1807, † 1858.

Der bedeutendste Schüler Unzelmanns, vielleicht an Genialität ihm nicht ganz gleichkommend, aber von noch grösserem Einfluss auf die Förderung der deutschen Xylographie, war Eduard Kretzschmar, aus Oschatz gebürtig.

Schon frühzeitig äusserte sich seine Neigung für die zeichnenden Künste; Armut zwang ihn jedoch, als Laufbursche in der Brockhausschen Buchdruckerei zu dienen. Später wurde er Konditorlehrling, übte dieses Geschäft elf Jahre und zeigte sein plastisches Talent, indem er Formen für Kuchenverzierungen schnitt. Als im Jahre 1833 das Pfennigmagazin erschien, wagte er sich an einen Holzschnitt, den er mit einem Federmesser in Birnbaumholz ausführte. 1836 ging er nach Berlin und arbeitete unter Unzelmanns Leitung. Die erwähnte illustrierte „Geschichte Friedrichs des Grossen“ von Menzel war das erste Werk, durch das Kretzschmar eigentlich Gelegenheit bekam, sein Talent zu entfalten und das zugleich ihm Veranlassung wurde, ein xylographisches Institut in Leipzig zu gründen, um genügend tüchtige Kräfte heranzubilden, welche selbst die Anforderungen eines Menzel, dieses Schreckbildes der Holzschneider, befriedigen sollten, ein Vorhaben, das dem mit allen Eigenschaften eines guten Lehrers Ausgerüsteten auch vortrefflich gelang.

Als 1843 die „Illustrirte Zeitung“ erschien, waren die zu überwindenden Schwierigkeiten gross. Anfänglich musste natürlich das Ausland zum wesentlichen Teil mit Clichés aushelfen, doch dauerte diese Abhängigkeit nicht lange. Kretzschmar erweiterte sein Atelier und richtete es fast ganz auf die Bedürfnisse der „Illustrirten Zeitung“ ein. Bei seinem Tode ging es in die Hände der Expedition der „Illustrirten Zeitung“ über. Die von Kretzschmar meist zum Experimentieren angelegte vortreffliche kleine Kunstdruckerei erwarb Ph. Grumbach.

Alb. Vogel * 1814.
> Otto Vogel * 1816.