Die Brüder Albert und Otto Vogel in Berlin traten ganz in Unzelmanns Fussstapfen. Beide konnten auf Grund ihrer Verhältnisse nicht ihrer Neigung folgen, die Albert zum Kupferstechen und zur Malerei, Otto zur Skulptur hinzog. Beide lieferten Vortreffliches, doch ist Otto der bedeutendste und seine Schnitte nach Menzels Zeichnungen sind wahre Meisterstücke.
Caspar Braun * 1807, † 1877.
Eine besondere Bedeutung hat Caspar Braun aus Aschaffenburg[187], der den Holzschnitt in München heimisch machte und durch die „Fliegenden Blätter“ einen weitverbreiteten Namen erwarb. Erst ging er nach München, um sich in der Malerei auszubilden, und dann nach Paris, wo er zwei Jahre bei Brevière arbeitete. Nach seiner Rückkehr gründete er mit v. Dessauer ein Holzschneideatelier und arbeitete namentlich für die Cottaschen illustrierten Ausgaben, bis er sich mit Friedr. Schneider zur Herausgabe der „Fliegenden Blätter“ verband.
Hugo Bürckner * 1819.
Gaber.
Hugo Bürckner aus Dessau war erst Bereiter, wandte sich aber bald dem Zeichnen und Malen zu und ging 1837 nach Düsseldorf. Ein Zufall veranlasste ihn, sich für die Holzschneidekunst als Beruf zu entscheiden. Im Jahre 1840 folgte er dem nach Dresden übergesiedelten Maler Hübner, nachdem er erst einen kurzen Unterricht bei Unzelmann genossen hatte. Seine Thätigkeit widmete er namentlich den im strengeren künstlerischen Stil gehaltenen buchhändlerischen Unternehmungen G. Wigands und T. O. Weigels. In ähnlicher Richtung zeichnete sich Gaber in Dresden aus.
Heinr. Lödel * 1798.
Von Bedeutung sowohl als Kupferstecher wie als Holzschneider ist Heinr. Lödel aus Hameln. Er lernte die Buchbinderei, ging nach Göttingen und versuchte sich dort im Schneiden von Vergoldestempeln und Vignetten, schliesslich im Kupferstechen. Durch einen Holbeinschen Totentanz erwachte seine Neigung für den Holzschnitt, in welchem er sich besonders durch getreue Reproduktionen älterer Meisterwerke auszeichnete.
J. G. Flegel † 20. Dez. 1881.
Die Bestrebungen J. G. Flegels in Leipzig waren stets auf Vervollkommnung seiner Kunst gerichtet. Seine mikroskopischen, naturwissenschaftlichen und anatomischen Arbeiten sind nicht übertroffen und nur durch Betrachtung durch die Lupe ganz zu würdigen. Vorzüglich sind auch seine Nachbildungen Rembrandtscher Radierungen. Viele seiner besten Arbeiten finden sich in den Verlagswerken Wilh. Engelmanns verstreut. Besonders in technischen Illustrationen zeichnen sich Klitzsch & Rochlitzer aus.