Friedrich Von Exter, ein Schüler Höfels und einer der geschicktesten Holzschneider der Anstalt von Braun & Schneider in München, wurde 1846 von Auer als Leiter der xylographischen Abteilung der Staatsdruckerei nach Wien berufen. Zu seinen besten Leistungen gehören „Kaiser Joseph an der Buchdruckerpresse“ und „Karl V. im Kloster St. Just“. Zu den Peintures de Polygnote à Delphe der Gebr. Riepenhausen lieferte Exter die ersten zwölf Tafeln in Chromoxylographie, die späteren Platten wurden lithographisch ausgeführt.
H. Knöfler * 1824.
Heinrich Knöfler aus Schmölln im Altenburgischen brachte es von einem einfachen Tischlergesellen zu einem hervorragenden xylographischen Künstler und Kunstdrucker. Prof. von Berger in Wien war der erste, welcher auf sein ausserordentliches Talent aufmerksam wurde. Den Unterricht in der Xylographie erhielt er von Bader, der von Stuttgart nach Wien übergesiedelt war. Ein Holzschnitt Knöflers, „Der Stephansturm“, wurde sehr bewundert und verschaffte ihm eine Anstellung in der Staatsdruckerei, welche er später mit einer solchen bei Zamarski vertauschte, bei dem er sich viel mit dem Chromodruck beschäftigte.
Seinen hauptsächlichsten Ruf erwarb sich Knöfler durch seine Miniaturen zu dem bei Reiss erscheinenden Missale und durch seine Illustrationen zu den liturgischen Werken Pustets in Regensburg. Eine ihm von Didot angebotene ehrenvolle und vorteilhafte Stellung lehnte er ab. Knöfler ist namentlich ein Meister in der Behandlung der Köpfe seiner kleinen Figuren. Eine seiner bedeutendsten Leistungen ist die Nachbildung des Marienfensters des Prof. Trenkwald in der Votivkirche zu Wien. Ferner sind die Illustrationen zu dem „Ägyptischen Joseph“ und zu Führichs „Geistliche Rose“ zu nennen.
Ein ehemaliger Schüler und Mitarbeiter Knöflers, Hermann Paar, arbeitete mit Biberhofer zusammen. Die Aufmerksamkeit wurde auf ihn durch den Druck der von Bader geschnittenen Trachtenbilder Albr. Dürers gelenkt. Sein Bildnis eines Unbekannten nach Jan van Eyck ist eine vollendete Leistung, ebenso sein Kegelschieber nach Ostade. Ein Xylograph ersten Ranges ist der mehrerwähnte Bader. Sein Panorama von Wien im Jahre 1873 hat bei einer Höhe von 77 cm eine Länge von 122 cm.
In Verbindung mit der Xylographie müssen wir noch zwei Verfahren nennen, die, wennauch ihr praktischer Wert kein ausserordentlicher ist, doch dem Fachmann von Interesse sind.
Die Planotypie.
Die erste ist die Planotypie[188]. Eine Zeichnung in Linien wird auf Lindenholz getragen. Mittels einer durch eine Stichflamme glühend gemachten Stanze wird die Zeichnung Strich für Strich in das Holz vertieft eingebrannt und so eine Matrize gebildet, in welche eine leicht flüssige Metalllegierung gegossen wird. So wird ein erhabenes Cliché erzielt, mit welchem man, nachdem die Oberfläche vollständig egalisiert worden ist, drucken kann. Das Verfahren wurde zuerst von Lepel, früher in Berlin, dann in Dresden, verwendet, namentlich für die sehr grossen Musterbogen der Modenzeitungen, auf welchen die verschiedenen Muster für das Zuschneiden auf einer Platte sich kreuzen.
Mit vielem Geschick ist diese Methode zur Illustrierung eines umfangreichen Werkes „Trachten der Völker in Bild und Schnitt“ (Dresden, bei Müller, Klemm und Schmidt) verwendet. Über 1000 Figurenbilder sind in dieser Weise in Umrissen wirksam und charakteristisch hergestellt.