Bei Königs Tod waren im ganzen etwa 60 Schnellpressen ausgeführt. Es ging aber nun so rasch vorwärts, dass im Jahre 1865 die tausendste, am 6. September 1873 die zweitausendste Maschine fertiggestellt wurde, bei welcher Gelegenheit die beiden Brüder den Orden des heiligen Michael erhielten und damit in den Adelstand erhoben wurden. Für das erste 1000 waren 50 Jahre nötig gewesen, während das zweite 1000 nur acht Jahre brauchte. Von den 2000 Maschinen blieben 1243 in Deutschland. Leipzig erhielt davon 265, Stuttgart 117; 392 gingen nach Russland (208 nach St. Petersburg). Die stärksten Abnehmer waren Brockhaus und Teubner in Leipzig, die Staatsdruckerei in St. Petersburg mit je 33 Stück, Cotta mit 32[191]. Das dritte Tausend wurde 1882 voll.

Verbreitung der Königschen Schnellpressen.

Die Schnellpressen König & Bauers zeichneten sich stets durch die grosse Akkuratesse der Arbeit und durch Solidität aus. Die mit Kreisbewegung und Cylinderfärbung versehenen Maschinen erwarben in Deutschland wegen ihres ruhigen Ganges und der Vorzüglichkeit des Farbewerkes ihre Beliebtheit, obwohl sie schwerer zu bewegen und teurer sind, als die mit Eisenbahnbewegung und Tischfärbung. Welches Ansehen die Schnellpressen König & Bauers genossen, beweisen z. B. Bestellungen von 24 Stück auf einmal, darunter acht Zweifarbe-Maschinen, zum Banknotendruck nach Rom und von 20 Stück für die Bank von Frankreich. Die Banknotendruckerei von St. Petersburg beschäftigt vorzugsweise König & Bauerschen Tiegeldruckmaschinen, welche für die feinsten Arbeiten allen anderen vorgezogen werden, obgleich sie einen sehr grossen Raum einnehmen, langsam arbeiten und sehr teuer sind. Eine Eigentümlichkeit der Tiegeldruckmaschine sind die zwei Fundamente, von welchen man nach Belieben beide oder nur eins von beiden benutzen kann. Die Färbung, eine Kombination von Cylinder- und Tischfärbung, ist eine höchst vollkommene.

Die Zweifarbenmaschine.

Vorzüglich sind ebenfalls die Zweifarbe-Maschinen König & Bauers. Wenn sie auch nicht dieselben in die Praxis zuerst einführten, so gebührt ihnen der Ruhm, sie zuerst zur Vollkommenheit gebracht zu haben. Diese Maschinen müssen als eine besonders wertvolle Bereicherung des Materials der modernen Typographie betrachtet werden und fanden rasch eine grosse Verbreitung. Durch sie hat die ebenfalls neue Erfindung der Hochätzung erst ihren vollen Wert erhalten, indem es durch sie möglich geworden ist, farbige Landkarten zu einem solchen Preis zu liefern, dass sie überall Eingang finden können. Auch für die Accidenzarbeiten ist der Nutzen ein hervorragender und die harte Not des richtigen Registers beim Doppeldruck hat nun in manchen Fällen aufgehört.

In neuester Zeit bauten König & Bauer nach dem ursprünglichen Patent von A. H. Payne in Leipzig eine Dreifarben-Maschine, welche jedoch nach der Erwerbung seitens der Fabrik in Oberzell umkonstruiert worden ist. Die gebogenen Galvanos werden auf einem grossen Cylinder angebracht, der den dreimaligen Umfang eines der Druckcylinder hat. Die Maschine liefert in der Stunde sieben bis achthundert Drucke in drei Farben, lässt sich auch für eine grössere Anzahl von Farben bauen und wurde bereits für fünf nach Frankreich angefertigt[192].

Königs Endlose.

Als die „Endlosen“ aufkamen, verhielten König & Bauer sich eine ziemlich lange Zeit abwartend und liessen der Fabrik „Augsburg“ den Vorsprung. Erst als sie, ohne ihre Anstalt wesentlich zu schädigen, nicht zurückbleiben konnten, gingen sie ans Werk, dann aber auch mit der hergebrachten Energie. Sie hielten sich zunächst an die Konstruktion der Victory-Press, deren Cylinder alle in der Ebene liegen. Ihre derartigen Maschinen für die Kölnische Zeitung wurden nach den Angaben des Obermaschinenmeisters E. Bragard hergestellt[193].

Maschinenfabrik Augsburg.