Den Druck mit Typen, in welchen jedes der Notenzeichen zugleich mit einem Stück des Liniensystems verbunden war, so dass nur ein Druck notwendig und die Schwierigkeit des Passens der Formen umgangen ward, führte Erhard Oeglin in Augsburg zum erstenmale vor in: Melopoiae sive Harmoniae tetracenticae 1507. Peter Schöffer in Mainz übte das Verfahren 1511.
Pierre Hutin.
In Frankreich schnitt der Graveur und Drucker Pierre Hutin 1527 die ersten derartigen Noten, mit welchen Pierre Attaignant in Paris und Tylman Susato in Antwerpen druckten. Bei allen diesen Versuchen waren die Notenköpfe noch eckig. Von diesen wurde zum erstenmale in den Werken des päpstlichen Kapellmeisters Eleazar Genet genannt Carpentras abgewichen. Als der genannte in seinen alten Tagen in Avignon seine Kompositionen drucken lassen wollte, veranlasste er Stephan Briard aus Bar-le-duc, Typen, welche die Handschrift nachahmte, zu schneiden. Jean de Channay in Avignon druckte damit 1532 das erste Liber primus Missarum Carpentras. Die Neuerung fand jedoch keine Folge.
Venedig blieb lange Zeit das Zentrum für den Musiknotendruck und den Musikalienverlag. Die bedeutendste Firma war die der Familie Gardano, die von 1536 ab bis tief in das XVIII. Jahrhundert blühte und die Werke Palästrinas verlegte.
Notendruck in Deutschland.
In Deutschland wurden nicht nur Originale gedruckt, sondern auch alles „Gangbare“ des Auslandes nachgedruckt. Hieronymus Formschneider schnitt gute Notentypen. Der bedeutendste Notendrucker des XVI. Jahrh. war Adam Berg in München, Verleger der Werke Orlando Lassos. Fast alle seine Drucke, bei denen er die Unterstützung des musikliebenden Herzogs von Bayern genoss, sind Prachtausgaben in Folio. Sein Hauptwerk ist das: Patrocinium musices aus 1573. Als das bedeutendste Werk aus dem XVI. Jahrhundert muss das von Nic. Heinrich in München gedruckte Magnum opus musicum genannt werden. In dem XVII. Jahrhundert war namentlich Gimel Bergen in Dresden thätig.
Frankreich.
In Frankreich lieferte Guillaume le Bée um 1550 vollkommenere Noten als die Hutins, deren sich Rob. Ballard und dessen Schwager Adrian le Roy bedienten. Die Familie Ballard, welche die Noten le Bées für die hohe Summe von 50000 Livres erwarb, war die bedeutendste Musikfirma nicht nur in Frankreich und erwarb sich namentlich durch die Herausgabe der Werke Lullys Weltruf. Sie druckte die Partituren fast aller französischen Opern und hielt sich beinahe 200 Jahre in Ansehen.
Englands Anteil an dem Musiktypendruck war kein bedeutender. John Day wandte um 1560 die verbesserte Methode an. Thomas Este (um 1600) brachte sehr elegante Drucke.
Verfall des Notendruckes.