Chinesische Schrift.

Obgleich Breitkopfs klarer Verstand ihm sagte, dass er auf diesem Wege keine grossen praktischen Erfolge erzielen würde, so veranlasste ihn doch sein etwas hartnäckiger Charakter, sogar noch weiter zu gehen: er wollte es noch möglich machen, Porträts mit Typen herzustellen. Die Strichlagen des Kupferstechers liessen ihn glauben, durch parallel laufende Linienstücke das Ziel erreichen zu können. Seine Proben hat er nicht veröffentlicht, wer aber die neuesten Arbeiten Moulinets und anderer Meister in diesem Genre kennt, kann sich leicht von dem, was erreicht werden konnte, ein ungefähres Bild machen. Zwar gehören alle solche Versuche den Gebieten des an und für sich Unpraktischen an, wir können sie dennoch so wenig wie die späteren Stigmatypien Fasols als wertlos für die Fortbildung der Typographie bezeichnen.

Die Beschaffung des chinesischen Satzes mit beweglichen Lettern war eine der Aufgaben, die sich die Typographie gestellt hatte. Sowohl die französische als die päpstliche Regierung hatten darauf viel Geld unnütz verwendet. Die grosse Anzahl der Schriftzeichen machte die Anfertigung der Typen kostspielig und die Ähnlichkeit der Charaktere unter einander den Satz zu einem äusserst schwierigen. Indes, Breitkopf löste seine Aufgabe und sandte sofort eine allerdings nicht sehr ansprechende, im J. 1789 der Öffentlichkeit übergebene Probe an den Papst, der ihm durch den Kardinal Borgia in sehr schmeichelhaften Ausdrücken danken liess. Aber auch bei dieser Erfindung unterblieb die praktische Ausbeutung. Ein holländischer Verleger unterhandelte zwar mit Breitkopf über das Setzen eines chinesischen Textes in Leipzig, die Verhandlungen führten aber nicht zu einem Resultate.

Typographische Ornamentik.

Nun wollte Breitkopf auch mathematische Figuren mit beweglichen Typen setzen, ein Gedanke, der bei der Billigkeit des einfachen Holzschnittes keine grossen Erfolge in Aussicht stellen konnte und auch nicht zur Verwendung kam.

Schriftgiesserei.

Schliesslich wendete er seine Aufmerksamkeit darauf, die Verzierungen, die nach und nach den höchsten Grad von Ungeschmack erreicht hatten, durch geschmackvollere zu ersetzen. Zu diesem Zweck liess er gute ältere Vorbilder nachahmen und in Holz schneiden.

Auch das Giessen und das Drucken haben ihm Verbesserungen zu verdanken. Seine Giesserei war wegen der Vortrefflichkeit der Metall-Legierung berühmt. Einen Beweis für die Güte liefert die Reinheit der Abdrücke, die nach Verlauf von hundert Jahren von dem vorhandenen Landkartensatze gemacht wurden. Die Giesserei arbeitete mit vierzig Leuten und zwölf Öfen und sandte ihre Schriften nach allen Ländern der Welt. Dagegen misslangen eine von ihm angefangene Spielkartenfabrik und eine Tapetenfabrik, obwohl die Muster von dem besten Geschmack zeugen. Breitkopf war eben ein Erfinder, nicht aber in gleichem Masse für die pekuniäre Ausbeutung der Erfindungen geschaffen.

Sittliche Reformen.