Prachtausgaben.
Er schritt nun an sein grosses Vorhaben, eine Gesamtausgabe von Wielands Werken zu liefern, die etwas noch nicht dagewesenes sein und in vier Gestalten erscheinen sollte. Von der Prachtausgabe in 42 Bänden in 4°, mit Antiqua gedruckt und mit 36 Kupfern geschmückt, kostete ein Exemplar 250 Thlr. Den 1794 in Leipzig anwesenden Wieland liess Göschen unter festlichem Gepränge den ersten Band von jungen, Genien vorstellenden Damen überreichen, während die Muse Wielands Haupt mit einem Lorbeerkranze schmückte. Auch von Klopstocks Werken wollte Göschen eine ähnliche Ausgabe veranstalten; sie blieb jedoch unvollendet. Bedeutende Leistungen seiner Buchdruckerei sind die, ebenfalls nicht vollständig gewordenen Prachtausgaben des Wolfschen Homer, sowie die Griesbachsche Ausgabe des Neuen Testamentes. Die Ausstattung aller dieser Werke ist die prachtvollste und sorgfältigste, ohne jedoch einen recht befriedigenden Eindruck zu machen. Die Antiquaschriften trafen den Geschmack des Publikums nicht und auch die griechischen Schriften sind charakterlos, der Satz des Homer ausserdem unschön weitläufig.
Um den erwähnten Beschränkungen in seinem Geschäftsbetrieb zu entgehen, hatte Göschen seine Buchdruckerei nach Grimma verlegt, in dessen Nähe er das Gut Hohnstädt besass, auf welchem er, 75 Jahre alt, am 5. April 1828 starb. Er hatte bis in sein hohes Alter seine volle Geistesfrische erhalten und sie durch seine grosse Wirksamkeit als Verleger bethätigt.
Fr. A. Brockhaus * 4. Mai 1772, † 20. Aug. 1823.
Von hervorragender Bedeutung für das Buchgewerbe im allgemeinen, wenn auch weniger für die Typographie war Friedrich Arnold Brockhaus.
Etablissement in Amsterdam.
Sohn eines Kaufmanns in Dortmund, lernte er die Handlung in dem väterlichen Geschäfte und lag später den Studien ein Jahr lang in Leipzig ob. Im Jahre 1798 eröffnete er in Verbindung mit zwei Genossen ein englisches Manufakturwarengeschäft in Dortmund, welches er nach Trennung von seinen Teilhabern, von welchen der eine einen traurigen Einfluss auf die ganze Zukunft Brockhaus' üben sollte, 1802 nach Amsterdam verlegte und 1805 aufgab, um sich einem buchhändlerischen Geschäft unter der Firma Rohloff & Co. zu widmen, welche Firma 1810 in Kunst- und Industrie-Comptoir geändert wurde und erst 1814 in F. A. Brockhaus überging.
Bei einem Besuche der Leipziger Michaelismesse im Jahre 1808 erwarb er das begonnene aber ins Stocken geratene Konversations-Lexikon, ein Unternehmen, welches bestimmend für seine ganze geschäftliche Zukunft werden sollte.
Altenburg und Leipzig.