J. Klinkhardt.
Ein Geschäft, welches ebenfalls in verhältnismässig kurzer Zeit eine grosse Entwickelung und Ausdehnung gewann, ist das bereits (S. [287]) erwähnte von J. Klinkhardt, welches mit 21 Schnellpressen, 22 Handpressen und 35 Giessmaschinen über 400 Personen beschäftigt und vortreffliche Arbeiten im modernen Stil liefert.
Verschiedene Druckereien.
Dass diese und die sonst genannten Offizinen dem Illustrationsdruck alle erdenkliche Sorgfalt widmen, ist selbstverständlich, ausser denselben besitzt Leipzig jedoch noch eine Reihe von Druckereien, die sich vorzugsweise mit Illustrationsdruck beschäftigen. Des von Ed. Kretzschmar begründeten Geschäfts (jetzt C. Grumbach) wurde bereits (S. [298]) gedacht. Vieles zur Bildung einer tüchtigen Schule von Holzschnittdruckern trug Kretzschmars erster Gehülfe Joh. Chr. Benedict bei. A. H. Payne druckt mit Rotationsmaschine und 18 Schnellpressen für den eigenen Verlag eine grosse Anzahl von illustrierten Blättern und Werken. Alex. Edelmann und Otto Dürr wirkten erst zusammen, dann getrennt und lieferten mehrere der grossen Berliner Modezeitungen und viele Prachtwerke für Alf. Dürr, während A. Hundertstund & A. Pries namentlich den Seemannschen Kunstverlag druckten. Alex. Wiede beschäftigt 18 Schnellpressen fast nur mit der Herstellung der „Gartenlaube“. Aus den Pressen der Firma Fischer & Wittig stammen sehr viele der schönsten illustrierten Prachtwerke neuerer Zeit sowohl aus dem Verlag von Leipziger als auswärtigen Buchhändlern.
Mit wissenschaftlichen Werken beschäftigten sich vorzugsweise Metzger & Wittig, A. Th. Engelhardt, C. Hirschfeld, Otto Wigand und Bär & Hermann, welche letztere den Druck russischer Werke als Spezialität pflegen; Ph. Reclam jun. liefert mit 22 Schnellpressen fast ausschliesslich Zwanzigpfennigbände seiner Universalbibliothek; Otto Spamer druckt seine zahlreichen illustrierten Jugendschriften und populären Werke; C. G. Naumann hat seine umfangreiche Offizin nur für Accidenzien eingerichtet; Alex. Waldow verwendet die seinige nur für den Druck des „Archiv der Buchdruckerkunst“ und anderer in seinem Verlage erscheinender, zumteil von ihm verfasster typographischer Fachschriften[216].
An Tagesblättern ist Leipzig geradezu arm und manche Provinzialstädte Deutschlands von 30–50000 Einwohnern haben eine weit reichere Zeitungslitteratur aufzuweisen. Das umfänglichste Journal, namentlich zur Zeit der Messen, ist das „Leipziger Tageblatt“. Der Verleger E. Polz beschäftigt für den Druck desselben und ausserdem hauptsächlich für den des C. F. Winterschen Verlags drei Rotationsmaschinen und elf Schnellpressen.
Nicht alle graphischen Firmen Leipzigs, die tüchtiges liefern, können wir hier aufzählen. Die Zahl der Buchdruckereien Leipzigs (incl. der Vororte) beträgt 92 mit 7 Rotationsmaschinen, 437 Schnellpressen und 292 Tret- und Handpressen. Die 69 lithographischen Anstalten beschäftigen 146 Schnellpressen, 517 Handpressen. In beiden Branchen sind gegen 6200 Personen thätig.
C. G. Röder.
Den enormen Aufschwung, welchen das Musikaliengeschäft in Leipzig nahm, veranlasste ein Institut für Notendruck, das seinesgleichen sucht. C. G. Röder gründete mit kleinsten Mitteln 1846 seine Notendruckanstalt, welche jetzt mit 34 Schnellpressen, 25 Handpressen und einem Personale von 400 Köpfen arbeitet und namentlich die äusserst umfangreiche Édition Peters im Verlage des Bureau de musique druckt. An eigentlichen lithographischen Kunstinstituten hat Leipzig keinen Überfluss, dagegen ist die Anstalt für Phantasieartikel und Luxuspapiere von Meissner & Buch, die mit 15 Schnellpressen, 30 Handpressen und 46 Präg- und anderen Maschinen arbeitet, von grosser Bedeutung; auch die Offizin von Wetzel & Naumann hat einen enormen Aufschwung genommen und arbeitet hauptsächlich für den Export mit 32 Schnellpressen, 27 Handpressen und 450 Arbeitern. H. Wagner & E. Debes beschäftigen sich ausschliesslich mit kartographischen Arbeiten. Als Lichtdrucker leisten A. Naumann & Schröder vorzügliches. Die Zahl der xylographischen und chemigraphischen Anstalten ist eine beträchtliche.