Die die Typographie fördernden Verleger.

Es würde zu weit führen, alle die Verleger aufzuzählen, die, ohne eigene Druckereien zu besitzen, doch auf die Typographie einen grossen Einfluss übten. Den Buchdruck für wissenschaftliche Zwecke förderten u. a. namentlich J. A. Barth, W. Engelmann, Sal. Hirzel, L. Voss, die J. C. Hinrichssche Buchhandlung, F. C. W. Vogel[217], T. O. Weigel (I, S. 6), Rud. Weigel (I, S. 103), O. Wigand und C. F. Winters Verlag.

Für den illustrierten Verlag waren J. J. Weber und Georg Wigand in den dreissiger Jahren bahnbrechend. J. J. Weber führte 1832 das „Pfennig-Magazin“ und 1843 die „Illustrirte Zeitung“ ein. Die von Ad. Menzel illustrierte Geschichte Friedrichs des Grossen wurde noch während der Zeit der ersten Neuentwickelung des Holzschnittes in Deutschland (S. [297]) unternommen, überhaupt wirkte geschmackvolle Ausstattung aller Weberschen Artikel sehr anregend sowohl auf die Buchdruckereien wie auf die Verleger.

Gleichzeitig mit Weber wirkte Georg Wigand, dessen im Verein mit seinem Bruder Otto Wigand 1840 unternommene Ausgabe von dem Nibelungenlied, illustriert von Hübner und Bendemann, eine schöne Jubelerinnerung bildet. Sowohl durch eigene Neigung als namentlich durch seine innige Verbindung mit Loda, Richter und Schnorr von Carolsfeld wurde er auf die mehr ursprüngliche echt deutsche Art des Holzschnitts geführt, von welchem Schnorrs Bibel in Bildern ein monumentales Denkmal bleibt.

In neuerer Zeit waren es namentlich E. A. Seemann und Alf. Dürr, welche den illustrierten Verlag förderten. Seemann lieferte eine grosse Reihe von Werken über die verschiedenen Zweige der Kunst und der Kunstgewerbe, Alf. Dürr pflegte namentlich die strengere Richtung der illustrierenden Kunst in den Werken von J. Führich, Preller u. a., daneben lieferte er eine Reihe von Jugendschriften in höchst anziehender Weise durch Osc. Pletsch illustriert. Auch Fr. Brandstetter, J. A. Baumgärtner, E. Keil, Velhagen & Klasing, K. Bädeker, Schmidt & Günther u. a. leisteten durch ihren Verlag den Illustrationsdruckern grossen Vorschub.


Dresden.

Unter den sonstigen Städten des Königreichs Sachsen hat die Residenzstadt Dresden allein einen bedeutenden Platz und unter den 47 Buchdruckereien und 54 lithographischen Anstalten, die mit 209 Schnellpressen und 251 Tret- und Handpressen arbeiten, nimmt wieder die Firma C. C. Meinhold & Söhne die hervorragendste Familie Meinhold.Stellung ein. Der Begründer derselben, Carl Christian Meinhold, Sohn eines Bergmannes aus Marienberg, erwarb die Hofbuchdruckerei, welche ihren Ursprung dem Herzog Georg dem Bärtigen verdankt, der 1524 den Buchdrucker Wolfg. Stöckel aus Leipzig nach Dresden berief, um reformatorische Schriften zu drucken. Stöckels Geschäft kam 1590 an die Familie Bergen, in welcher es blieb, bis Meinhold es 1778 übernahm und bald zu einer grösseren Blüte brachte. Er druckte die sächsischen und polnischen Kassenbillets und Staatspapiere und machte auch glückliche Verlagsspekulationen. Im Jahre 1816 übergab er die Geschäftsleitung seinen C. I. Meinhold * 1784. † 1861.Söhnen, von welchen Christian Immanuel Meinhold es nach dem Tode des Vaters allein übernahm. Zu der Buchdruckerei fügte er Schrift- und Stereotypengiesserei. Seine Söhne Julius und Theodor wurden 1855 Teilnehmer und von 1875 führte Julius das Geschäft allein fort und feierte am 28. Januar 1878 das hundertjährige Jubiläum der Firma.

Andere Offizinen.

Zu erwähnen sind noch namentlich B. G. Teubners Filiale des Leipziger Geschäfts (6 Schp.), E. Blochmann & Sohn (2 Rotm., 5 Schp.), der von Leipzig übersiedelte W. Baensch (8 Schp.), R. H. Dietrich (8 Schp.), Gleissner (Rotm. und 7 Schp.), C. Heinrich (12 Schp.), H. G. Münchmeyer (9 Schp.), Liepsch & Reichhardt (Rotm., 4 Schp.), J. Pässler (7 Schp.), Ad. Wolf (7 Schp.). Von den lithographischen Anstalten waren früher besonders angesehen: H. Hanfstängl und Fürstenau, ersterer auf Grund seines Galeriewerkes, letzterer wegen seiner brillanten Accidenzarbeiten; jetzt sind die grössten Institute W. Brückner & Co. (8 Schp., 6 Hdp.), R. Bürger (6 Schp., 5 Hdp.), R. Friedländer (7 Schp., 7 Hdp.). Als Lichtdrucker haben Römmler & Jonas (7 Schp.) bereits lange einen Namen. W. Hoffmann arbeitet mit 8 Lichtdruckschnellpressen. Als Verlagsort hat Dresden Bedeutung durch seine Kunstverleger, als: E. Arnold, A. Gutbier, Hanfstängl, F. & O. Brockmann Nachfolger, G. Gilbers, H. Krone u. a.