Beim Eintritt in sein 60. Jahr am 25. Juni 1792 überliess Georg Jacob I seinem Sohne Georg Jacob ii sein Geschäft käuflich und führte im Kreise der Seinigen sowie von Künstlern und Männern der Wissenschaft ein, wennauch mit körperlichen Leiden verbundenes so doch heiteres Leben, bis der Tod den Achtundsechzigjährigen am 17. November 1799 abrief.

Georg Jacob II * 9. Novbr. 1765, † 26. Aug. 1819.

Der Sohn Georg Jacob II hatte die Buchdruckerei im väterlichen Hause und bei H. G. Effenbart in Stettin, den Buchhandel bei Treuttel & Würtz in Strassburg gelernt und sich auf längeren Reisen weiter ausgebildet. Teilhaber des Geschäfts war er bereits 1788 geworden.

Zensurschwierigkeiten.

Ihm sollte das Leben nicht ohne schwere Sorgen und harte Prüfungen verlaufen. Ein Hemmnis für die Verlagsthätigkeit Deckers wie für den ganzen Buchhandel wurden die schon im Jahre seines Eintritts in das Geschäft 1788 erfolgenden Edikte des Ministers Wöllner, die besonders empfindlich die Zeitungen trafen, von welchen eine nach der andern einging. Die Verlagshandlung wurde von der Druckerei getrennt und in die Hände Rottmanns, unter dessen Firma, gelegt, dafür wurde aller Fleiss und jede Mühe auf die Verbesserung der Buchdruckerei und der Schriftgiesserei seitens Georg Jacob d. j. verwendet. Er schaffte Matern von Bodoni, W. Haas und Didot an, sowie das beste Material für die Typen und die Farbe.

Das Posener Geschäft.

Die Regierung wünschte in dem durch die zweite Teilung Polens ihm zugefallenen Posen die Anlage einer Druckerei. Decker kam den vertraulichen Aufforderungen nach. Das Unternehmen machte ihm jedoch viele Sorgen und ging 1819 in die Hände des Schwagers Deckers, Rosenstiel, für dessen Sohn über.

Kalamitäten des Baseler Geschäfts.

Noch grössere Sorgen sollte ihm das Baseler Geschäft bereiten. In dieses hatte er einen sehr talentvollen, jedoch extravaganten Mann, Maximilian Schoell, erst als Disponent, dann als Teilhaber aufgenommen, der, nicht zufrieden mit der buchhändlerischen Wirksamkeit, Decker in Banquierunternehmungen verwickelte und ihn in ein seine Existenz bedrohendes Meer von Sorgen stürzte, so dass dieser noch froh sein musste, das Baseler Geschäft mit einem Verlust von 180000 Livres an den dortigen Buchdrucker und Verleger Thurneisen übergeben zu können.