Münster, in der Zeit der Humanisten ein so wichtiger Platz (I, S. 51), macht sich wie Paderborn und Trier (Fr. Lintz, 7 Schp.) hauptsächlich nur durch seinen streng katholischen Verlag bemerkbar. Oberhausen verdient Erwähnung als der erste Platz in Deutschland, wo die Rotationsmaschine (durch A. Spaarmann) eingeführt und zum Bücherdruck verwandt wurde. In Minden liefert E. C. Brunn (6 Schp.) namentlich Post- und merkantile Arbeiten.
Verschiedene Städte.
G. D. Bädeker in Essen beschäftigt 150 Arbeiter und zehn Schnellpressen, die Bädekersche Buchdruckerei in Elberfeld 6 Schnellpressen namentlich mit Eisenbahnarbeiten; daselbst drucken auch S. Lucas mit 14, R. L. Friderichs mit 10 Schnellpressen.
L. Schwann übersiedelte von Neuss nach Düsseldorf und errichtete dort eine grosse Offizin (10 Schp., 120 Arb.), welche namentlich bedeutende Accidenzien in Chromoxylographie liefert. Dass Düsseldorf als Sitz der berühmten Kunstschule sich auch im Kunstverlag auszeichnet, ist fast selbstverständlich. Als Kunstdruckerei hat L. Baumann, früher Arnz & Co., einen Ruf; die „Düsseldorfer Monatshefte“ waren weltbekannt. A. Bagel, früher in Wesel, hat eine sehr bedeutende typographisch-lithographische Anstalt (21 Schp., 150 Pers., Papierfabrik) und liefert namentlich Arbeiten für Schulen, Bilderbücher u. dgl.
Bonn gehört zu denjenigen Universitätsstädten, wo namentlich der orientalische Druck gepflegt wird, besonders durch die Druckerei von C. H. Georgi.
Köln.
Köln, im frühen Mittelalter die berühmte hohe Schule der Wissenschaft und der Typographie, von wo aus das Licht Gutenbergs über die Niederlande und den Norden ausgegangen war, lieferte später nur ultramontane Schriften und musste sogar seinen berühmten Namen zur Einschmuggelung verbotener oder gar schmutziger Bücher hergeben, die überall hin mit der Firma „Peter Hammer“ oder „Pierre Marteau“ und Druckort Köln verbreitet wurden.
Von den Offizinen hat die der Verlagshandlung J. P. Bachem in der katholischen Welt eine grosse Bedeutung und druckt mit ihren 9 Schnellpressen mehrere Zeitschriften und Zeitungen mit katholischer Richtung. Die Langensche Buchdruckerei beschäftigt 16 Schnellpressen, die von W. Hassel 10.
Am öftesten wird jedoch in der neuern typographischen Geschichte Köln auf Grund der Offizin der Kölnischen Zeitung genannt, mit der auf dem Kontinent nur die der Wiener „Neuen Freien Presse“ in den technischen und redaktionellen Einrichtungen wetteifern kann.
Du Mont-Schauberg und die „Köln. Zeitung“.