Allgemein betrauert starb Hallberger auf seinem schönen Landsitz Tutzing am Starnberger See[235]. Er besass eine grosse und ideal angelegte Natur, die sich in seinen Unternehmungen ausprägt, weshalb diese auch sympathisch wirken. Dasselbe gilt auch von seinen Bestrebungen zur Gründung einer allgemeinen deutschen Pensions- und Invalidenkasse für Typographen, die vielleicht von Hallbergers Seite zu viel Idealismus enthielten und an dem zu wenig dieser Eigenschaft bei seinen Kollegen strandeten. Für seine eigenen Arbeiter hat er in mehrfacher Hinsicht vortrefflich gesorgt. In seinen Arbeiten wurde er treu von seinem Bruder Karl Hallberger unterstützt.
Aus dem Geschäft wurde eine Aktiengesellschaft Deutsche Verlags-Anstalt unter Karl Hallbergers Direktion. Eine Expedition in Leipzig war bereits 1871 gegründet.
Verschiedene Druckereien.
Eine umfangreiche Druckanstalt ist die von H. Schönlein (24 Schp.), in welcher dessen weit verbreitete illustrierte Blätter gedruckt werden.
Von Druckereien seien noch erwähnt: Greiner & Pfeiffer, die (mit 14 Schp.) namentlich Accidenzien und illustrierte Werke drucken. Die von Gehülfen gegründete Vereinsdruckerei liefert sehr gute Accidenz-, besonders Farbendrucke. J. F. Steinkopf druckt vorwiegend die religiösen Werke seines Verlags; C. Grüninger ist der einzige Buchdrucker Stuttgarts, der sich auf orientalische Druckarbeiten legt und namentlich russische Bücher liefert. C. Hoffmann druckt mit 7 Schnellpressen hauptsächlich die Verlagsartikel von K. Thienemann.
Xylographie.
Die Stuttgarter Xylographie hat begreiflicher Weise eine hohe Bedeutung. Die Anstalt von A. Closs ist eine so vorzügliche, wie wenige, und ist fast ausnahmslos in jedem Stuttgarter Prachtdrucke vertreten. Die Stuttgarter Holzschnitte verbinden so sehr französische Eleganz mit den deutschen Vorzügen, dass vor dem Kriege viele Holzschnitte nach Paris geliefert wurden.
Lichtdruck.
Ausser der Xylographie hat auch der Lichtdruck eine grosse Verbreitung. Die Anstalt von Martin Rommel & Co. liefert vortreffliches und finden ihre Erzeugnisse namentlich ihren Platz in den Prachtwerken von Paul Neff. Auch in der Chromolithographie hat Stuttgart Tüchtiges aufzuweisen durch die Anstalten von Emil Hochdanz, Max Seeger, Gustav Weise. Die Leistungen finden hauptsächlich Verwendung in den Jugendschriften von W. Nitzschke, Schmidt & Spring, Levy & Müller, F. Loewe, K. Thienemann und Gustav Weise. Eine Spezialität des letzteren sind die, in grossen Massen verbreiteten „Bilder für Jung und Alt“. K. Thienemann lieferte auch eine Reihe naturwissenschaftlicher illustrierter Werke.
Schriftgiesserei.