Statistisches.
Die Schweiz besitzt in 164 Städten, Städtchen, Flecken und Dörfern 325 Buchdruckereien und 184 lithographische Anstalten mit zusammen 534 Schnellpressen und 812 Tret- und Handpressen, von welchen die Tretpressen verhältnismässig sehr stark repräsentiert sind. In dem Druckgewerbe werden überhaupt gegen 5000 männliche und 1000 weibliche Arbeiter beschäftigt.
Zeitschriften-Litteratur.
Wenn die Schweiz vorzugsweise reich an Zeitschriften ist — es giebt eine solche auf je fünfhundert Einwohner —, so liegt dies an der Zersplitterung der Interessen durch die kantonale und kommunale Kleinregierung, an den verschiedenen Nationalitäten und an der örtlichen Lage. Deshalb hat die Schweiz keine Blätter von grosser Verbreitung und allgemeiner Bedeutung und die Auflagen sind oft winzig klein. Die Zahl der in 158 Druckorten erscheinenden Journale politischen oder lokalen Inhalts beträgt 307, darunter 60 täglich, 161 zwei- oder dreimal wöchentlich erscheinende; 222 davon in deutscher, 75 in französischer, 7 in italienischer, 2 in romanischer, 1 in englischer Sprache. Von nichtpolitischen Zeitungen giebt es 253; darunter 166 deutsche, 78 französische, 7 italienische und 2 romanische. Bei weitem die meisten dieser Blätter sind sauber gedruckt. Die Zahl der jährlich erscheinenden Bücher beträgt etwa 1200.
Basel.
Basel mit seinen grossen Traditionen war nicht in der Lage, unter veränderten Verhältnissen seinen hohen typographischen Ruhm aufrecht zu erhalten. Doch hat es zum Beginne der neuen Periode eine Druckerfamilie von europäischer Bedeutung aufzuweisen[242].
Die Familie Haas.
W. Haas d. ä. * 23. Aug. 1741, † 8. Juni 1800.
Wilhelm Haas war in mancher Beziehung ein ebenbürtiger Zeitgenosse J. G. I. Breitkopfs. Sein Vater war ein geschickter Schriftschneider und Schriftgiesser aus Nürnberg, der das Bürgerrecht in Basel erworben hatte. Der Sohn Wilhelm Haas zeigte schon in seiner Jugend ein entschiedenes Talent für den Beruf des Vaters und wurde gründlich von Daniel Bernoulli in Mathematik und Mechanik unterrichtet. Er übernahm das Geschäft des Vaters und brachte es bald dahin, dass seine Schriftgiesserei als eine der Seine Typen.vorzüglichsten Deutschlands angesehen wurde. Die Frakturschriften betrachtete man in Bezug auf Regelmässigkeit und Klarheit als mustergültig. Für seine Antiqua nahm er Baskerville zum Vorbild; sie ist z. B. in der bei Thurneysen erschienenen Ausgabe von Voltaires Werken verwendet, auch schnitt er eine nicht unbeträchtliche Zahl von orientalischen Schriften. Zu seinen Verbesserungen gehört sein System der Spatien und der Stücklinien, worüber er sich in einer besonderen Schrift (1772) aussprach.