Verbesserte Handpresse.
Sein Hauptaugenmerk galt jedoch der Verbesserung der Druckpresse, die seit dem Jahre 1500 so ziemlich ungeändert geblieben war. Haas lebte aber noch in der Blütezeit des Innungszopfes. Er war kein kunstgemäss gelernter Buchdrucker und seine freundlichst gesinnte Kollegenschaft brachte es glücklich so weit, dass er nicht mit der von ihm konstruierten Presse arbeiten durfte, die er deshalb an Schweighauser verkaufte. Er selbst musste sich mit der Herausgabe einer deutschen und einer französischen Beschreibung begnügen. Die Hauptbestandteile seiner Presse waren aus Eisen und ruhten auf einem Steinblock; der Tiegel hatte die Grösse des Fundaments, so dass für den Druck einer Form nunmehr nicht zwei Züge notwendig waren. Der Bengel wurde an dem Kopfende der Spindel angebracht und der Hebel mit einer Schwingkugel versehen.
Landkartensatz.
A. G. Preuschen.
In das Jahr 1775 fallen Haas' Versuche, Landkarten und Musiknoten mit Typen herzustellen. Den ersten Gedanken zu dem Landkartensatz fasste der Hofdiakon A. G. Preuschen in Karlsruhe, der sich an Haas mit dem Vorschlag wandte, mit ihm in eine Association für diese neue Kunst, die „Typometrie“, zu treten. Haas ging mit Energie und Überzeugung auf den Gedanken ein. Als erstes Probestückchen erschien zu Anfang des Jahres 1776 in Basel ein Blättchen mit einer Waldung und dem Lauf eines Flusses; das zweite griff schon weiter und wurde der Kaiserl. Akademie zu St. Petersburg und dem berühmten Geographen Büsching vorgelegt, der Feuer und Flamme für die Erfindung wurde.
Nun trat Breitkopf hervor und erklärte, er habe sich schon zwölf Jahre mit denselben Versuchen beschäftigt, und versandte seine Proben. Im Oktober 1776 gab Haas eine Karte des Kantons Basel in Quart heraus, von welcher 1777 eine neue Ausgabe im üblichen Landkartenformat erschien, der eine Nachbildung der Karte von Sicilien von Hubert Jaillot aus dem Jahre 1736 folgte. Sie wurde dem König Ferdinand IV. von Neapel dediziert und erschien auch in einer französischen Ausgabe. Wilh. Haas gab noch etwa ein Dutzend solcher Karten heraus. Nach den neueren Erfindungen hat die Typometrie jedes praktische Interesse verloren, das nie ein nennenswertes gewesen, und nur das historische ist geblieben.
Haas und Thurneysen.
Im Jahre 1780 errichtete Haas im Verein mit dem talentvollen Buchdrucker und Buchhändler Joh. Jak. Thurneysen ein Geschäft, das sehr elegante Arbeiten lieferte. Die Verbindung hörte jedoch nach sechs Jahren auf und Haas der Sohn übernahm die Leitung der Buchdruckerei und führte sie nach dem Tode seines Vaters, der zugleich Brigade-Chef und General-Inspektor der helvetischen Artillerie war und auf einer artilleristischen Inspektionsreise zum allgemeinen Bedauern starb, fort.
W. Haas d. j. * 15. Januar 1766, † 22. Mai 1838.
W. Haas d. j. hatte eine sehr sorgfältige Erziehung genossen und zeigte frühzeitig ein entschiedenes Talent für die Typographie. Als achtjähriger Knabe setzte er ein Frag- und Antwortspiel aus Nonpareil mit einer Einfassung und druckte es in zwei Farben. Als sechzehnjähriger Gehülfe stellte er, unter Benutzung der systematischen Stücklinien des Vaters, die grosse Karte der Weltgeschichte von F. K. Fulda (Augsburg, Stagesche Buchhandlung) fertig, die aus zwölf grossen Formen besteht, welche zusammen ein Tableau von 5 Fuss Höhe und 6 Fuss Breite bilden.