Weitere Reformen.

Nach der oben erwähnten Übernahme des Geschäfts im Jahre 1786, welches die Firma Wilhelm Haas der Sohn annahm, heiratete er 1788 die Tochter Georg Jacob Deckers (S. [361]). An der Druckpresse brachte er noch weitere Verbesserungen an und vervollkommnete den Satz der Landkarten, von welchen viele Blätter bei ihm erschienen. Nach dem Beispiel Baskervilles fertigte er nach seiner eigenen und des Vaters Idee eine Satiniermaschine, die er jedoch, als er die von Bodoni konstruierte gesehen hatte, verwarf. Seine Musiknoten sind elegant. Er druckte auch verschiedene hebräische Werke, darunter eine Bibel in vier Bänden, Grossoktav. Auch den Accidenzarbeiten wurde grosse Sorgfalt gewidmet.

Wilhelm und Eduard Haas.

Zu der im Jahre 1830 in Basel stattgehabten Kunst- und Industrie-Ausstellung hatte Haas „Das Gebet des Herrn“ in hundert Sprachen, wie er bemerkt: die vierzigste derartige Sammlung, ausgestellt. Das Geschäft überliess er seinen Söhnen Wilhelm und Eduard, von denen letzterer sich bei Didot als Stempelschneider ausgebildet hatte, und erlebte in Zurückgezogenheit noch sein 77. Jahr. Das Geschäft besteht noch heute als geachtete Schriftgiesserei.

Eine bekannte Baseler Druckerfamilie war die Thurneysensche, die ihre Aufmerksamkeit namentlich dem Bibeldruck zuwendete. In jüngster Zeit hat die Schweighausersche Offizin durch Benno Schwabe mehrere vorzügliche Arbeiten, namentlich im Renaissancestil, geliefert, welche den besten aus der Glanzzeit Basels ebenbürtig sind.

Zürich.

Wenn Bern auch die Hauptstadt der Schweiz ist, so bleibt doch Zürich, sowohl was Einwohnerzahl betrifft, als auch in Beziehung auf Kultur, Litteratur und Druckgewerbe, die erste Stadt der Schweiz. Sie besitzt 22 Buchdruckereien und 18 lithographische Anstalten, die 55 Schnellpressen, 136 Tret- und Handpressen beschäftigen. Der Kanton Zürich hat 40 Buchdruckereien, 30 lithographische Anstalten mit 97 Schnellpressen, 190 Handpressen und 800 Arbeitern und überragt weit jeden anderen der Kantone. Berühmt war Zürich schon in der älteren Druckgeschichte als Sitz des Geschäfts Christ. Froschauers, als dessen würdige Nachfolgerin Orell Füssli & Co.die Firma Orell Füssli & Co. noch heute sich zeigt (I, S. 140). Die Offizin würde auch in Deutschland zu den bedeutenderen zählen (10 Schp., 15 Hdp.); sie vereinigt alle Branchen der graphischen Künste und liefert in allen Vorzügliches. Das am 25. August 1881 bezogene neue Haus „Zum Bären“ ist ein höchst stattlicher Bau. Einen eigentümlichen äusseren Schmuck desselben bildet ein, eine ganze Wand des vierstöckigen Hauses einnehmender, Bär. Die frühere Lokalität war durch 105 Jahre von der Firma benutzt gewesen. Ein grosses Geschäft ist die Firma Zürcher & Furrer (6 Schp.).

Zürich besitzt mehrere bedeutende lithographische Anstalten. Die Lithographische Genossenschaft (4 Schp., 7 Hdp.), ebenso J. J. Hofer & A. Burger liefern sehr gute Chromodrucke. Berühmt ist Kartographie.die Anstalt von Wurster, Randegger & Co. durch ihre kartographischen Arbeiten, in welcher Richtung H. Mühlhaupt & Sohn sowie R. Leuzinger in Bern und H. Furrer in Neuenburg sich ebenfalls einen Namen erwarben. Überhaupt geniesst die Schweiz hinsichtlich ihrer kartographischen Arbeiten eines grossen Rufes. Die geringe Ausdehnung des Landes bei den interessanten Bodenformationen und den komplizierten hydrographischen Verhältnissen luden ganz besonders zur Anfertigung detaillierter, malerisch ausgeführter Terrainkarten ein. Den mächtigsten Anstoss gab der General Dufour, dessen Generalkarte der Schweiz noch heute als das bedeutendste Meisterwerk kartographischer Darstellungskunst gilt.

Winterthur.

In Winterthur befindet sich die ziemlich bedeutende Offizin von Bleuler, Hausheer & Co. (4 Schp.). J. Westpheling liefert sehr gute Arbeiten und introduzierte sich in sehr empfehlender Weise in grösseren Kreisen durch seinen Schweizer-Ausstellungs-Katalog (Wien 1873), der denselben Beifall fand, wie die ganze Kollektiv-Ausstellung der Schweiz.