St. Gallen.
Joh. Zollikofer.
Chr. Zollikofer.
Emil Zollikofer.
St. Gallen umschliesst eine der besten Offizinen der Schweiz. Dieselbe wurde von Joh. Zollikofer, aus einer alten, vom Kaiser Rudolf 1578 geadelten Familie stammend, im Jahre 1789 gegründet. Durch Ankauf erwarb er 1792 noch eine zweite kleine Buchdruckerei und blieb bis 1802 der alleinige Buchdrucker in St. Gallen. Im Jahre 1834 wurde der Sohn Christoph Associé. Durch Eintritt C. P. Scheitlins ward die Firma in Scheitlin & Zollikofer umgeändert und ein bedeutender Verlag gegründet, der später auf den Schwager Christoph Zollikofers, Iwan v. Tschudi, überging, während der erstgenannte die Druckerei behielt. Der Sohn Emil Zollikofer wurde 1867 Teilnehmer. Durch längeren Aufenthalt im Auslande ausgebildet, reformierte er die Buchdruckerei übereinstimmend mit den Forderungen der Zeit. Ein neuer stattlicher Bau ward 1868 ausgeführt, fiel jedoch bereits am 17. Juli 1880 den Flammen zum Opfer. Ein zweiter Neubau wurde mit fabelhafter Energie betrieben und vier Monate nach dem Brande stand ein Prachtbau, hauptsächlich aus Glas und Eisen, fertig da. Christoph Zollikofer war, von seinen Mitbürgern hochangesehen, bereits Anfang September 1870 verstorben.
Unter den schweizerischen graphischen Anstalten giebt es nur eine, die für den Weltmarkt arbeitet und auch einen Weltruf sich erworben hat. Der Bergflecken Einsiedeln mit 7000 Einwohnern, berühmt durch sein Benediktiner-Kloster mit dem wunderthätigen Muttergottesbilde und deshalb jährlich von hunderttausenden von Wallfahrern besucht, ist in der typographischen Geschichte durch Gebr. Benziger.die grossartige Anstalt der Gebr. Benziger merkwürdig geworden. Das Geschäft, welches nur auf die Bedürfnisse strenggläubiger Katholiken berechnet ist, wurde von dem Landamman Josef Karl Benziger 1805 gegründet und ging von ihm auf seine Söhne Karl und Nikolaus (letzterer vom Papst in den Grafenstand erhoben) über. In allen Erzeugnissen der Anstalt, auch den billigsten, ist das Streben sichtbar, nur Gutes zu liefern. Die Erzeugnisse der Phototypie sowohl in Vergrösserungen als Verkleinerungen gehören zu den besten Leistungen in dieser Richtung. Die Anstalt verfügt über 27 Schnellpressen und eine grosse Anzahl von Buchbinderei- und anderen Maschinen und soll 700–1000 Menschen, Erwachsene und Kinder, beschäftigen. In New-York, Cincinnati und St. Louis besitzt die Firma Filialen[243].
Um den Leistungen dieser Anstalt vollkommen gerecht zu sein, muss man der örtlichen Lage derselben eingedenk bleiben. Dieselbe machte die Fürsorge für die Arbeiter durch Kosthäuser, Kassen und andere humanitäre Einrichtungen, die nach vielen verschiedenen Richtungen hin vorhanden sind, noch notwendiger, als bei gewöhnlichen Verhältnissen.
Bern.
Die Hauptstadt Bern zählt, was Bevölkerung betrifft, erst als die fünfte Stadt der Schweiz und bietet in graphischer Hinsicht nichts Bemerkenswertes dar. Die bedeutendsten Offizinen sind die Stämpflische mit 7 Schnellpressen, Rieder & Simmen, Jent & Reinert, K. J. Wyss und B. F. Haller. Dieser war der erste, der eine eiserne Presse in der Schweiz einführte; die erste Schnellpresse erhielten Orell Füssli & Co. im Jahre 1832.
Genf.