Seine Erfolge verdankte er zum nicht geringen Teil den Freimaurern und den mit diesen in Verbindung stehenden Gesellschaften, welche letztere zur Bildung des Volkes unzählige Nachdrucke mit der Bezeichnung „Gedruckt bei Josef Georg Trassler und im Verlage der Compagnie“ verbreiteten. Ausserdem besass Trassler selbst einen grossen Verlag zumteil bedeutender Werke, darunter A. F. Büschings grosse Erdbeschreibung in 30 Bänden; die 34 Bände starke Sammlung der besten Reisebeschreibungen; die „Allgemeine Weltgeschichte“, 88 Bände; Krünitz' „Encyklopädie“, 129 Bände. Die bedeutendste Leistung war jedoch J. C. Adelungs berühmtes Wörterbuch in vier starken Bänden in Grossquart von zusammen 7587 Seiten[246].
Obwohl der Verlag nach Trasslers Tod noch vermehrt wurde, ging das Geschäft in den Händen der Kinder doch zurück. Der zweite Sohn, Adolf, zog mit dem übrig gebliebenen Teile desselben nach Troppau, wo es wieder emporblühte und seit 1879 im Besitz Alfreds, des Sohnes von Adolf, gedieh.
Josef v. Kurzbeck * 21. Nov. 1736.
Ein sehr verdienter Buchdrucker war Josef Kurzbeck. Nach vollendeten Studien widmete er sich der Buchdruckerei und übernahm die väterliche, nur mit zwei Pressen arbeitende Offizin, die nunmehr bald 15 Pressen beschäftigte. Im Jahre 1770 richtete er sich für den Druck des Illyrischen, Walachischen und Russischen ein, später schaffte er noch verschiedene orientalische Schriften an. Da es sehr an Setzern für fremdländische Sprachen fehlte und es schwierig war, solche in dem Geschäft selbst auszubilden, ersuchte Kurzbeck den Kaiser Joseph II., die Ausbildung einiger seiner Zöglinge an der K. K. Orientalischen Akademie zu gestatten, was auch gewährt wurde. Hierzu wurden die späteren Buchdruckereibesitzer Anton Schmid, Josef della Torre und M. Santner bestimmt. Kurzbeck liess die als Mannsfeldsche bekannten Schriften schneiden, verschaffte sich die besten Amsterdamer Matern und druckte dann mehrere umfangreiche hebräische Werke, als den Talmud, Mischnajoth und Machsorim, welche allgemeine Anerkennung fanden. In Kurzbecks Offizin erschien auch 1775 das von Kaiser Maximilian I. 1514 beabsichtigt gewesene Prachtwerk „Weisskunig“ (I, S. III) von Treitzsauer v. Erentreitz mit 237 grossen Holzschnitten von Hans Burgkmair. Durch den Tod des Kaisers geriet dieses Werk wie mehrere von seinen litterarisch-artistischen Unternehmungen ins Stocken, die Holzschnitte waren jedoch in Graz glücklicherweise erhalten geblieben. Als der Druck Kurzbecks veranstaltet wurde, hatte man leider kein Verständnis für die Reproduktion eines Werkes älteren Stils, so dass die Ausführung nicht eine würdige wurde (S. [429]).
Kurzbeck erzielte durch sein Wirken sowohl Gewinn als Ehre; im Jahre 1773 verlieh ihm die Kaiserin Maria Theresia eine goldene Kette und erhob ihn in den Adelsstand.
Anton v. Schmid * 1765, † 26. Juni 1855.
Unter den Schülern Kurzbecks befand sich, wie erwähnt, Anton Schmid, später der hebräische Schmid genannt. Der Abt des Klosters der Zisterzienser zu Zwetl, wo Schmid geboren war, liess ihn im Lateinischen unterrichten. Seine an der Universität begonnenen Studien musste er auf Grund seiner Armut unterbrechen und trat in seinem zwanzigsten Jahre bei Kurzbeck in die Lehre, wo er später die Leitung des Druckes der hebräischen Bücher übertragen erhielt. Er bewog den kränklichen Kurzbeck, der keine rechte Freude mehr am Geschäft fand, ihm seine hebräischen Schriften zu überlassen, um damit ein selbständiges Geschäft zu beginnen. Kurzbeck ging auf den Gedanken ein, Schmid wurde jedoch mit seinem Konzessions-Gesuch abgewiesen, bis der Kaiser direkt zu seinen Gunsten einschritt. Nun ging er mit aller Kraft auf sein Ziel los. Seine Offizin wurde reich mit syrischen, persischen und arabischen Schriften ausgestattet und alle Lehrbücher in diesen Sprachen für die theologischen Anstalten wurden bei Schmid gedruckt. Seine Bücher waren vorzüglich ausgestattet und sein Ruf drang in fremde Länder.
1839 übergab Anton Schmid, der 1825 in den Adelsstand erhoben war, seinem Sohne Franz Edlen von Schmid sein Geschäft. Ein der Hofbibliothek geschenktes Exemplar der Schmidschen orientalischen Druckwerke umfasst 148 Werke im Gesamtumfange von 12447 Bogen. Vor allen zu nennen ist die 1795 in mehreren, rasch aufeinanderfolgenden, Ausgaben veranstaltete vollständige hebräische Bibel mit Übersetzung von Mendelssohn und einem Kommentar in hebräischer Sprache, an welchem eine Reihe der berühmtesten Gelehrten mitgewirkt hat. Die Druckerei ging auf Adalbert della Torre über.
Familie Gerold.
Karl Gerold † 23. Sept. 1854.