Selbst mit dem orientalischen Druckapparat, dem Stolz der Staatsdruckerei, hatte es mitunter einen Haken. Viele Schriften figurierten in den prachtvollen Proben; in der Wirklichkeit sah es mit deren Bestand öfters schwach genug aus.

Auers Hauptfehler war, sich nicht mit dem Schaffen von Tüchtigem zu begnügen, sondern auch blenden zu wollen, und dafür war ihm kein Preis — auf Kosten des Staates — zu hoch. Seine Eitelkeit war noch grösser als seine Tüchtigkeit.

Auers Feinde.

Es konnte an Angriffen — begründeten, unbegründeten, durch Neid hervorgerufenen u. a. — nicht fehlen. v. Plener, des genialen Bruck Nachfolger als Finanzminister, war nicht so geneigt wie letzterer, über die Finanzfrage leicht hinwegzugehen. Auer wurde am 2. März 1866, nach verschiedenen Misshelligkeiten, in Anerkennung seines 25jährigen verdienstlichen Wirkens mit seinem vollen Gehalt definitiv in den Ruhestand versetzt.

Auers Tod.

Auer war nicht geschaffen, männlich den Schlag, die mit diesem verbundene Unthätigkeit und das Vergessensein zu überwinden. Sein Gemütszustand wurde ein immer reizbarerer und die Kräfte aufreibender; er starb bereits am 10. Juli 1869 in Hietzing.

Auers Einfluss auf die deutsche Typographie.

Hat nun Auer auch dem Glanze zu viel geopfert und nach Alchymistenart öfters Thaler zu Groschen destilliert, so muss sein Einfluss auf die Typographie im allgemeinen und auf die österreichische insbesondere doch sehr hoch angeschlagen werden. Vor seiner Zeit war, wie erwähnt, ein in Österreich gedrucktes Buch ziemlich gleichbedeutend mit einem schlecht gedruckten; dass dies so ganz anders geworden ist, dazu hat Auer direkt und indirekt wesentlich beigetragen; selbst „draussen im Reich“ wurde sein Einfluss gespürt. Die ganze deutsche Typographie hat aus der Weltberühmtheit der Wiener Staatsdruckerei ihren Teil an Ehre und Vorteil gehabt; sie ist verpflichtet, Auers Namen in Ehren zu halten.

Staatsdruckerei unter Beck.