Die Lithographie wurde durch C. C. Lose von einem Deutschen Heinrich Wenzler 1811 eingeführt und hauptsächlich für den Notendruck benutzt. Der Kunstsinn, welcher, durch die von Thorwaldsen gegebene Anregung in allen Schichten der Bevölkerung geweckt, einen mächtigen Einfluss auf das Kunstgewerbe geübt hat, wirkte auch auf die Lithographie. Es entstanden nicht nur vorzügliche Kartenarbeiten, sondern auch wirkliche Kunstblätter, letztere namentlich durch Emil Bärentzen & Co., jetzt Hoffensberg & Trap, welche auch vorzügliche Chromos liefern. Neben diesen verdienen J. W. Tegner & Kittendorf genannt zu werden.

Der Buchhandel in Dänemark ist nach deutschem System gut organisiert. Das offizielle Organ des skandinavischen Buchhandels ist das seit 30 Jahren von O. H. Delbanco herausgegebene Nordisk Boghandlertidende.

Island.

Auf der Insel Island blieb stets der Sinn für die Litteratur herrschend. Es bestehen dort 5 Druckereien mit 7 Pressen und 4 Journale erscheinen daselbst. Die Offizinen von Einar Thordarson und Björn Jónsson besitzen je eine Schnellpresse. Im Jahre 1799 kam die Isländische Litterarische Gesellschaft[263] in den Besitz einer kleinen Druckerei, in der bereits 1840 über 100 Werke gedruckt waren. Auch die Färinseln besitzen eine Offizin und ein Blatt. Selbst Grönland.Grönland ist nicht zurückgeblieben. Unter den in den dänischen Kolonien wohnenden 12000 Eingeborenen ist die Fertigkeit im Lesen und Schreiben so verbreitet, wie irgend in Europa. In den Jahren 1857–61 machte der Inspektor von Süd-Grönland, nachdem ihm auf Rechnung der Grönländischen Handelsdirektion eine Buchdruckpresse gesendet war, einen Versuch, einen Eingeborenen, Lars Möller, im Setzen und Drucken und einen andern im Holzschneiden zu unterrichten. 1861–62 hielt sich ersterer in Kopenhagen auf und wurde dort ordentlich im Buch- und Steindruck unterrichtet. Nach seiner Rückkehr liess der Inspektor ein kleines Gebäude aufführen und als Buch- und Steindruckerei einrichten. Ausser einigen kleinen erzählenden Schriften gingen zwei periodische Unternehmungen aus dieser Offizin hervor: Atuagagdliutit (Unterhaltungslektüre), worin auch Beiträge von Eingeborenen und viele Abbildungen enthalten sind; das andere enthält die Jahresberichte der Ortsvorsteher mit lithographierten Tafeln. In der Kolonie Godthaab (Gute Hoffnung) befindet sich eine zweite Herrnhutische Missionspresse, aus der eine Anzahl von Erbauungs- und Unterrichtsbüchern hervorgingen. Das erste dort gedruckte Buch war eine Legendensammlung Kalladtit Okalluktua alliaït mit zwölf von Eingeborenen gezeichneten und geschnittenen Holzstöcken und acht Liedern mit Musiknoten.


Norwegen.

In Norwegen[264] kann man, sieht man von der altehrwürdigen Litteratur der Eddas und des reichen Sagenschatzes in der Norröna-Zunge ab (I, S. 156), eigentlich erst seit etwa 70 Jahren von einer Nationallitteratur reden.

Christiania.

In Christiania wurde die zweite Druckerei erst im Jahre 1807 angelegt. Nachdem die politische und die damit verbundene Pressfreiheit im Jahre 1814 urplötzlich und in einem Maasse, wie es in der Geschichte nicht oft vorkommt, errungen war, begann auch eine grosse Regsamkeit in der Litteratur. Man machte bedeutende, mitunter etwas krampfhafte Anstrengungen, um eine nationale norwegische Litteratur zu schaffen, und damit fing auch die Buchdruckerkunst an, einen bedeutenderen Platz einzunehmen.

Zeitungswesen.