In einem Lande, wo die grosse räumliche Ausdehnung, die kleine, weit zerstreute Bevölkerung und die Naturschwierigkeiten einen schnellen Paketverkehr notwendig machten, war die Journalpresse von grosser Wichtigkeit und oft die einzige Quelle der Belehrung und Unterhaltung. Die Spuren derselben reichen bis auf das Jahr 1760 zurück. Die erste eigentliche Zeitung waren die 1763 begonnenen Norske Intelligenzsedler. Die Zeitungen unterlagen, wie in Dänemark, der Zensur und zwar einer sehr strengen. Zur Empfangnahme von Zeitungen durch die Post gehörte eine besondere Erlaubnis. Im Jahre 1814 war die Zahl der periodischen Schriften nur fünf. 1815 wurde das erste täglich erscheinende Morgenbladet gegründet. Die wissenschaftliche Journalistik ist nicht ohne Wichtigkeit. Unter den 85 Journalen Norwegens befinden sich auch mehrere illustrierte.

Bücherproduktion.

Statistisches.

Auch die Bücherproduktion wurde eine regere. Im Jahre 1868 konnten bereits 650 Autoren bezeichnet werden. Zum Betrieb des Buchhandels nach deutschem Zuschnitt gab der Däne Johann Dahl den Anstoss und Norwegen hat seitdem eine Reihe von tüchtigen Buchhändlern und Buchdruckern aufzuweisen. 1840 zählte man dort schon 33 Buchdruckereien, von welchen Christiania 15 mit 35 Pressen und 95 Arbeitern aufwies. 1879 war die Zahl der Buchdruckereien auf 126 gestiegen, davon 29 in Christiania mit 72 Schnellpressen und 483 Personen. Die Gröndahlsche Buchdruckerei dort hat das Verdienst, 1830 die erste eiserne Presse, 1840 die erste Schnellpresse, 1854 den Dampfbetrieb eingeführt zu haben. Von ihr stammt auch die Annahme des Didotschen Kegelsystems. Bis vor kurzem hatte die Fraktur entschieden das Übergewicht, sie weicht aber Schritt für Schritt der Antiqua. Bergen hatte 8 Offizinen und 9 Schnellpressen.

Zur Papierfabrikation trägt Norwegen indirekt durch eine starke Ausfuhr von Holzstoff bei, deren Wert 1879 nahe an 1½ Millionen Mark betrug.

SCHWEDEN UND FINNLAND.

Schweden.

In Schweden, dessen Einwohner so oft die Franzosen des Nordens genannt werden, zeigte sich eine besondere Vorliebe für französische Litteratur und französisches Wesen. Vielleicht hat dies mit dazu beigetragen, dass die Schweden rascher und allgemeiner als die Dänen und Norweger die Antiquaschrift als übliche Buch- und Zeitungsschrift annahmen, so dass thatsächlich die Fraktur nur für kirchliche oder wirklich nur für das Volk bestimmte Litteratur beibehalten wurde. Es dürften überhaupt in den drei skandinavischen Ländern die Tage der Fraktur gezählt sein.

In betreff des Bezuges von Schriften, Druckmaterial und Utensilien ist Schweden noch mehr als Dänemark auf das Ausland, namentlich Deutschland, angewiesen, und stand auch im allgemeinen etwas hinter Dänemark in der Typographie zurück.

Typographen.