Einer der bedeutendsten Buchdrucker war Peter Momma († 1772), ein Rechtsgelehrter, der auf seinen Reisen die Buchdruckerei in Holland lernte. Er war auch der erste, der eine Schriftgiesserei in Schweden errichtete. J. S. Ekmansson führte 1796 die Didotschen Schriften ein. In Lund erwarb der Däne C. Gustav Berling 1745 eine Offizin, welche Bedeutung erlangte und mit der eine, hauptsächlich den akademischen Bedürfnissen gewidmete Schriftgiesserei verbunden wurde. Sie blüht noch in den Händen der Familie Berling.

P. A. Norstedt.

Den bedeutendsten Platz unter den typographischen Anstalten Schwedens nimmt die von P. A. Norstedt in Stockholm gegründete ein. Er kaufte 1821 die Offizin von J. P. Lindh, nahm seine beiden Söhne Adolf und Carl zu Teilnehmern und firmierte seit 1823 P. A. Norstedt & Söner. Im Jahre 1862 ging das Geschäft auf die Verwandten Norstedts Gustav Laurin und Albert Laurin über, beide starben jedoch zum allgemeinen Bedauern zeitig. Das jetzt noch blühende Geschäft hat Werke geliefert, welche mit den besten des Auslandes konkurrieren können. 1869 begannen Norstedts die Nordisk Bogtryckertidende, welche leider 1875 wieder zu erscheinen aufhörte[265].

Im Jahre 1874 gründete eine Aktiengesellschaft ein grosses graphisches Institut, Central-Tryckeriet, unter der Direktion von Hans Forsell, welches im Jahre 1875 15 periodische Schriften, darunter 11 illustrierte Blätter, druckte. In der Nacht vom 20. zum 21. Dezember desselben Jahres brannte die Anstalt teilweise ab, bei welcher Gelegenheit der verdiente Dirigent der lithographischen Abteilung, der Deutsche A. SEEDORF, einen jämmerlichen Tod in den Flammen fand.

Selbst die Hauptstadt des schwedischen Lapplands, Haparanda, dicht an der Grenze des russischen Finnlands, hat eine Druckerei und zwar mit einem adeligen Besitzer, G. C. von Klercker, und ein Wochenblatt Nyaste Riksgränsen.

Zeitungen.

Die periodische Litteratur weist 321 Nummern auf. 91 Journale erscheinen in Stockholm, 18 in Gothenburg, 10 in Malmö, 7 in Lund. 14 Blätter erscheinen täglich, davon 4 in doppelten Ausgaben; Stockholm hat deren 6, Gothenburg, Helsingborg, Malmö je zwei.

Durch die Bestrebungen der eingewanderten Dänen C. W. Gleerup in Lund und Ad. Bonnier in Stockholm ist der schwedische Buchhandel ganz in der Art des deutschen organisiert. Die Zahl der Buchhandlungen beträgt 261.

Der Schwede liebt das Bunte und neben einer grossen Anzahl von geschichtlichen Werken und Romanen werden auch viele illustrierte, namentlich ethnographische Prachtwerke mit Chromolithographien gedruckt, doch werden sie auch zumteil in Deutschland ausgeführt. Die Lithographie kam 1818 nach Schweden. Eine Anstalt von Bedeutung ist Lithographiska Aktie Bolaget i Norrköping, welche namentlich vortreffliche Landkarten geliefert hat.