Die serbische Sprache.

Die serbische Sprache, die auch seit 1830 von den Kroaten als Schriftsprache adoptiert wurde, wird von Kennern als reich, kurz, energisch und melodiös geschildert. Der Linguist Vuk führt in seinem Wörterbuch mehr als 62000 Wörter auf. Bis jetzt beschäftigte sich die serbische Presse meist mit dem Druck von Lehrbüchern und mit Übersetzungen, doch hat die Originallitteratur schon bedeutende Anfänge aufzuweisen. Das 1838 vom Fürsten Milosch gegründete Lyceum wurde 1863 Universität. 1841 gründete Fürst Michael die „Gesellschaft für serbische Litteratur“, die ein Mittelpunkt der geistigen Bestrebungen wurde und durch ihr Jahrbuch (Glasnik) viel wirkte.

Zeitungen.

Als Gründer der politischen Presse im europäischen Stil ist Miloš Popović zu betrachten, der von 1841–1861 fast ununterbrochen die offizielle Zeitung redigierte und dann im Verein mit Dr. Rosen eine quasi offiziöse Zeitung gründete. Da diese die gelesenste von allen war und trotzdem nur in 750 Exemplaren gedruckt wurde, so lässt sich ein Schluss auf die Grösse des Lesepublikums der übrigen im Jahre 1866 in Belgrad erschienenen Blätter ziehen. Mit dem Buchhandel ist es auch noch nicht sonderlich bestellt.

Graphische Künste.

Auf dem Gebiete der vervielfältigenden Künste haben sich einige Persönlichkeiten vorteilhaft bekannt gemacht. Natal, Bonifacij und Martin Rota-Kolunić wirkten als Kupferstecher bereits im XVI. Jahrhundert in Rom. Unter den zahlreichen Stichen des letzteren ist namentlich „Das jüngste Gericht“ bekannt. Zu Anfang unseres Jahrhunderts gab Joseph Milowuk Bildnisse berühmter Serben in Kupferstich heraus. Sein Sohn machte einen Versuch mit einer illustrierten Zeitung in Belgrad und suchte somit für den Holzschnitt in Serbien Bahn zu brechen; doch war der Erfolg kein bedeutender.

Um die Lithographie und die Photographie in Serbien erwarb sich die meisten Verdienste Nastas Jovanović. Vom Fürsten Milosch nach Wien gesandt, um dort die Kupferstecherkunst zu lernen, gründete er später einen nationalen Kunstverlag, in welchem sich zahlreiche Blätter mit historischen Vorwürfen befanden. In seinen Unternehmungen ward er von Wiener Künstlern, namentlich von Vincenz Katzler, unterstützt.


Rumänien.

Rumänien. Das Rumänische ist die Muttersprache von über zehn Millionen Menschen, hat also für die Typographie der Zukunft eine nicht geringe Bedeutung. Es wird nicht allein in Rumänien gesprochen, sondern ist auch in den östlichen Teilen Ungarns, im Banat und in Siebenbürgen, in Bessarabien, Podolien und in der Bukowina verbreitet. Von manchem wird die rumänische Sprache irrtümlich für eine slawische gehalten; sie stammt jedoch aus dem Lateinischen und schliesst sich ziemlich eng an das Italienische an, erscheint deshalb auch den Bewohnern der eigentlichen Kulturländer Europas nicht so fremdartig als die slawischen Idiome.