Die dortige Typographie befindet sich schon im raschen Aufblühen. Bereits in der Mitte der siebenziger Jahre unseres Jahrhunderts befanden sich in Rumänien in zwölf Städten verteilt 34 Buchdruckereien mit 217 Gehülfen und 117 Lehrlingen. Von diesen kamen auf Bukarest zwölf Druckereien mit 138 Gehülfen, 108 Lehrlingen, 27 Maschinen und 11 Handpressen. Die Regierung ist sehr um die Einführung der Papierfabrikation bemüht. Für das Interesse, welches in diesem jungen, der Kultur zugeführten Staat für die Typographie herrscht, spricht das Erscheinen zweier Fachzeitschriften.


Bulgarien.

Bulgarien. Diese jüngste Staatenschöpfung in Europa hat begreiflicherweise noch zu sehr mit den notwendigen Existenzfragen zu kämpfen, um auf dem Gebiete der Presse schon wesentliches leisten zu können. Erst kommen, wie überall, die Zeitschriften und die Unterrichtsbücher. Seit 1824 liessen bulgarische Emigranten zahlreiche Schul- und kirchliche Bücher im Auslande drucken und Druckereien wurden 1870 in Salonik und Smyrna zu diesem Zwecke begründet. Ein Journal Ljuboslovic erschien bereits in den Jahren 1844–1846 in Smyrna. Die erste in Bulgarien in der Landessprache erschienene Zeitung war 1849 Czarigradskij Vestnik, sie fand jedoch keine grosse Verbreitung und ging 1861 ein. Ein in Odessa herausgegebenes Blatt Mirozrenie wurde, obwohl politisch ganz harmlos, verboten. 1879 erschienen in Konstantinopel und Rumänien 14 bulgarische Zeitschriften.

Sofia hat jetzt sechs Zeitungen aufzuweisen, unter welchen das wöchentlich erscheinende Regierungsblatt. Die in deutscher Sprache erscheinende „Bulgarische Korrespondenz“ ist zur Aufklärung des Auslandes bestimmt. Unter den Zeitungen befindet sich auch eine illustrierte, Bolgarskaya Illywstratsiya. Rustschuck hat zwei Journale, unter welchen das oppositionelle Bolgarin die stärkste Verbreitung hat. In Sistowa, Tirnowa, Philippopel und Sliwnia giebt es je eine Zeitung.

GRIECHENLAND.

Griechenland.

Griechenland war eines der letzten Länder, nicht nur in Europa, in welchem die Buchdruckerkunst ein festes Heim fand.

Unter der Herrschaft der Türken hatte sich nur ab und zu eine wandernde Druckerei eingefunden, um rasch wieder zu verschwinden, eine bleibende Stätte für die Typographie gab es nicht. Die notwendigsten liturgischen, daneben einige wenige Unterrichtsbücher wurden bei Nikolas Glyky in Venedig, einige auch in Wien und Paris gedruckt.

Der Errichtung zweier Offizinen auf den jonischen Inseln durch General Bonaparte wurde bereits (S. [172]) gedacht. Zu Anfang des Jahrhunderts fanden schwache Versuche zur Gründung griechischer Zeitungen in Konstantinopel, Smyrna und Bukarest statt. Auszüge aus der heiligen Schrift in neugriechischer Sprache liess 1817 der Missionär Wilson auf Corfu drucken. 1818 folgte dort eine politische Zeitschrift in italienischer und neugriechischer Sprache. Bereits früher hatte der Missionär Lowndes eine albanesische Bibel, wahrscheinlich das erste gedruckte Buch in albanesischer Sprache, dort ausführen lassen.