Für Farbendruck bauten Conisbee & Son in London eine Endlose, die dreifarbigen Druck in 3000 Exemplaren liefert, ebenso D. F. Powell. In Chicago fabrizierten Suitterlin Claussen & Co., in Philadelphia T. O. Ferree Vielfarbemaschinen[50].

Die Tretpresse.

Wie die Extreme sich so oft berühren, so geschah es auch in dem Druckpressenbau, denn neben den ganz grossen Zeitungsmaschinen waren es namentlich die ganz kleinen, welche durch Treten in Bewegung gesetzt werden können und nur einen Arbeiter, in der Regel einen Burschen, zur Bedienung verlangen, welche die Aufmerksamkeit der Maschinenbauer in Anspruch nahmen.

Es war ganz natürlich, dass man besonders in den Ländern, wo der Spruch „Zeit ist Geld“ seine volle Gültigkeit hatte, und wo die Zahl der kleineren Accidenzarbeiten sich ins Kolossale steigerte und viele Druckereien sich ausnahmslos nur mit solchen „Job-Arbeiten“ beschäftigten — also in Amerika und England —, an diese kleinen Maschinen dachte. Man hatte nicht, wie in Deutschland, Zeit abzuwarten, bis ein Drucker an der Handpresse mit seinen langwierigen Vorbereitungen fertig war, um hundert Visitenkarten zu drucken, auch nicht Lust, deshalb eine 5000 Mark oder mehr kostende Maschine, deren Karren einen weiten Weg hin und zurück zu machen hatte, in Bewegung zu setzen. So entstand in England und Amerika eine Legion solcher Tretpressen unter verführerischen Namen, als: Universal, Nonpareille, Minerva, Non plus ultra, Franklin, Excelsior, Progress, Lilliput, Favorit, Star etc. etc. Die Bahn hatten zwei Deutsche, Degener & Weiler, in New-York mit ihrer Liberty-Press gebrochen. Die auf dem Kontinent verbreitetsten Tretpressen dürften jetzt neben den Degener & Weilerschen die „Gordon-Pressen“ sein. Trotz einiger, diesen kleinen Maschinen anhaftenden Mängel haben sie doch in zweckmässigster Weise eine bedeutende Lücke im Druckgewerbe ausgefüllt. Ein Kabinettstück unter den kleinsten Maschinen ist Mausel Baylys Kombinationspresse. Der Umstand, dass diese kleinen Pressen, welche ganz die Handpressen verdrängt haben, zum Nachteil des geregelten Druckgeschäfts in die Hände der sogenannten Trittmüller — kleine Papierhändler, Buchbinder und andere Nichtbuchdrucker — gefallen sind, hat sie in einen unverdienten üblen Ruf gebracht. Das Prinzip der Endlosen ist in geistreicher Weise durch Tiegeldruck auf diese kleinen Maschinen in der Kidder-Press mit feststehendem Tiegel und hin- und hergehender Schriftform zur Anwendung gebracht.

Die beim Druck von Wertpapieren so notwendigen Numeriermaschinen wurden von Bodel so konstruiert, dass sie die Nummern erhaben pressen und von beiden Seiten verschiedenartig färben.

Ausleger und Anleger.

Eine wesentliche Verbesserung bei den gewöhnlichen Schnellpressen waren die rechenförmigen Mechanischen Ausleger, die mit ihren, sich zwischen den Leitbändern auf- und niederbewegenden Rechen die Bogen von den Leitbändern wegnehmen und auf den Auslegetisch niederdrücken. Diese Verbesserung hat allgemeinste Verbreitung gefunden, was dagegen weniger mit den Mechanischen Anlegern der Fall ist. Die Schnelligkeit der Hand des Anlegenden hat eine Grenze, die sich nicht überschreiten lässt. Man suchte deshalb nach dem Mittel, die Hand entbehrlich zu machen, und kam auf den Gedanken, durch luftleer gemachte, in schwingender Bewegung sich befindende Saugröhren einen Bogen von dem Haufen ansaugen zu lassen, den man dann, wenn die Röhren bei ihrer Bewegung sich in der richtigen Lage über dem Anlegetisch befinden, durch Einführung von Luft zum Niederfallen bringt. Um zu verhindern, dass die Saugröhren zu gleicher Zeit zwei an einander anklebende Bogen von dem Haufen aufheben, wird durch einen zweiten Apparat Luft zwischen den obersten und den darauf folgenden Bogen eingelassen. Der erste Erfinder war J. F. Ashley in New-York.


Satiniermaschine.