Bei jedem Maschinenpapier ist die Seite, welche mit dem Drahtgewebe, auf welches der Lumpenbrei ausfliesst, in Berührung gewesen, rauher, als die obere, was schon bei jeder Druckarbeit eine Unannehmlichkeit war. Noch nachteiliger wirkten jedoch die Unebenheiten und Unreinlichkeiten im Papier auf die feineren Schriften, namentlich aber auf die Holzschnitte. Um nun dem Papier eine vollkommen glatte Oberfläche zu geben, kam man frühzeitig auf den Gedanken, nach dem Feuchten, aber vor dem Druck, jeden Bogen einzeln zwischen Zinkplatten zu legen und diese dann, 10–20 übereinandergelegt, unter starkem Druck zwischen zwei Hartgusswalzen durchzudrehen. Diese Manipulation mit der Satiniermaschine war langwierig und teuer, namentlich weil die Zinkplatten (Satinierbleche) sich leicht abnutzten und Nachlässigkeit der Arbeiter leicht das Papier verdarb. Die Versuche jedoch, die Bogen einzeln zwischen die sich drehenden Cylinder zu führen, gelangen erst in letzter Zeit (vgl. Kap. [X]).
Um nach dem Druck ein stärkeres Glätten als durch die übliche Glättpresse möglich war, zugleich um ein schnelles Trocknen der feuchten Bogen zu erzielen, bauten Furnival & Co. in Manchester nach Gills Patent eine Presse, die den Bogen zwischen zwei, mittels Dampfes erhitzte Stahlcylinder führt. Die Gefahr, welche durch das Abschmutzen der frisch gedruckten Bogen auf die Walzen droht, wird durch einen vorzüglichen Reinigungsapparat beseitigt. Die Ein- und Ausfuhr der Bogen geschieht auf endlosen Bändern.
Das heisse Glätten.
Das heisse Glätten des Papieres soll vor neunzig Jahren durch Thomas Turnbull erfunden sein, der an einer Presse beschäftigt war, in welcher Tuch durch heisse Cylinder gepresst wurde. Als nach dem Tode des Prinzipals die Witwe ein Zirkular an die Kundschaft druckte, missfiel die Rauheit des Druckes Turnbull und er glättete die Bogen, indem er sie zwischen glatte Pappen legte und durch die Tuchwalzen gehen liess. Die Resultate waren so befriedigend, dass er in London ein Geschäft eröffnete, um für die Buchdruckereien die Arbeiten zu glätten. Die Frage, ob das heisse Glätten im ganzen von Vorteil ist, kann noch nicht als entschieden betrachtet werden; ein Nachteil ist jedenfalls, dass jede kleinste Unreinlichkeit in dem Papier durch den starken Druck breitgequetscht und das Papier leicht verunstaltet wird.
Eine Trocken- und Glättpresse von J. W. Jones in Harrisburg (Pennsylvanien) trocknet, glättet und falzt von der Schnellpresse weg 6000 Bogen in der Stunde.
Die gewöhnliche Glättpresse erhielt durch Boomer & Borchert in London eine wesentliche Verbesserung. Ihre Presse ist sehr leicht zu handhaben und soll an Wirkung noch die hydraulische Presse übertreffen.
Feuchtapparate.
Das Feuchten des Papiers mit der Hand war bei den grossen Zeitungsbogen und den grossen Auflagen fast eine Unmöglichkeit geworden. Grössere Druckereien schafften deshalb Mechanische Feuchtapparate (Hoe & Co., Harrild & Sons) an, die das Papier entweder zwischen nassen, mit Filz überzogenen Walzen hindurchgehen liessen oder durch einen Sprühregen benetzten. Für feinere Arbeiten bleibt das Handfeuchten vorzuziehen, da man es, je nach der Beschaffenheit des Papiers und den sonstigen Verhältnissen, mehr in seiner Macht behält, das Feuchten rationeller zu betreiben. In Amerika wird sehr viel auf ungefeuchtetes Papier gedruckt, was für diejenigen, welche einen Spiegelglanz des Papieres lieben, als ein Vorteil erscheinen mag.
Die Bronciermaschine.
Bei einer grossen Anzahl von feinen Accidenzarbeiten kommt bekanntlich das Broncieren in Anwendung. Bronciermaschinen erleichtern diese Arbeit nicht allein, sondern sie verhindern auch das der Gesundheit so nachteilige, mitunter sogar tödlich wirkende Einatmen des Broncestaubes. Das Prinzip ist, die ganze Arbeit in einem verschlossenen Behälter durch ein System von Bürsten und Wischern vollziehen zu lassen, so dass die Arbeit vollständig fertig aus dem Behälter herauskommt[51]. Eine ähnliche Maschine von E. A. Clowes & John Baley verrichtet das der Gesundheit ebenfalls sehr nachteilige Einbürsten der zu galvanisierenden Matern mit Graphitstaub.