Die Falzmaschine.
Die bei der Schnellproduktion so wichtigen Falzmaschinen fanden namentlich in Amerika Beachtung. Sie wurden dort von Cyrus Chamber eingeführt, der, im Verein mit seinem Bruder Edwin, 1856 eine Fabrik in Philadelphia unter der Firma Chambers Brothers & Co. errichtete. Nach vielen Versuchen gelangten sie zu guten Resultaten und bauten im Jahre 1870 nach etwa 40 verschiedenen Systemen. Eine Maschine z. B. falzt einen und einen halben Bogen in einander, kleistert, heftet und beschneidet sie. Sehr verbreitet ist seit 1863 die Zeitungsfalzmaschine von S. C. Forsaith & Co. in Manchester in den Vereinigten Staaten, die sich für verschiedene Formate stellen lässt.
Verschiedene Hülfsmaschinen.
Weitere Erleichterungen gewähren die Buchheftmaschinen (Wheeler & Wilson) und die Zusammentragemaschine (Howe). Letztere ist in der Art der Kinder-Karussels gebaut. Auf einem sich drehenden Tisch, vor dem der Komplettierer steht, liegen die Bogenhaufen der Reihe nach und werden im Vorbeipassieren einer nach dem andern von dem Komplettierer ergriffen.
Von den unendlich vielen Hülfsmaschinen seien nur noch erwähnt die Couvertmaschine (G. Tidcombe & Son, J. Wilkinson; C. Godall & Son) und die Schneidemaschine. Spezialisten für letztere sind Furnival & Co. in Manchester, die sie in grosser Vollkommenheit bauen. Das Ingangsetzen des Messers, der Schnitt eines Ries Papiers und das Zurückgehen des Messers in seine erste Lage dauert nur vier Sekunden. Überhaupt ist die Fabrik Furnival berühmt wegen der Vortrefflichkeit aller ihrer Hülfsmaschinen, deren Fabrikation in ausgedehntester und rationellster Weise betrieben wird.
Die Utensilien.
Wie aus dem obigen hervorgeht, fehlt es an erleichternden Mitteln nicht, und doch war es nur möglich, das Hauptsächlichste zu erwähnen. Sowohl Hülfsmaschinen als Utensilien werden jährlich vermehrt und verbessert. Nicht wenig erleichtert ist die Anschaffung derselben durch die Utensilien-Geschäfte, welche alle notwendigen Gegenstände von der Ahle ab und bis zu der grössten Schnellpresse liefern, ja selbst die Einrichtung vollständiger Druckereien übernehmen, so dass der Besteller nur unter Angabe der besonderen Orts- und Geschäfts-Verhältnisse den Preis bestimmt, alles andere dem Lieferanten überlassend[52].
So bedeutend auch der Fortschritt von dem Ballen und der Lederwalze zu der Massenwalze war, so litt die letztere doch unter wesentlichen Mängeln, namentlich war ihre Brauchbarkeit sehr von der Temperatur und der Witterung beeinflusst. Zu Zeiten schwanden die Walzen, dann wurden sie hart wie Stein, bald nahmen sie, wenn sie zu feucht waren, die Farbe nicht an, bald wurden sie so weich, dass sich die Form mit Walzenmasse vollschmierte, bald mussten sie am Ofen oder mittels brennender Fidibusse erwärmt, bald mit Sägespänen abgerieben, geschabt, gewaschen, schliesslich, unter Ersatz der klumpig gewordenen Masse durch neue, umgegossen werden. Waren die lokalen Verhältnisse nicht besonders günstig, so konnte man wohl rechnen, dass der zehnte Teil der Arbeitszeit durch Pflege der Walzen verlorenging.
Englische Walzenmasse.