Trotz aller Liebe zur Kunst wurde doch Baskerville derselben müde und erklärte, er bereue es bitter, je ihre Ausübung angefangen zu haben. Seinem letzten Willen gemäss wurde er in seinem Grundstück in ungeweihter Erde unter einer Windmühle begraben.
Nachkommen hinterliess Baskerville nicht. Seine Witwe hörte schon 1775 zu drucken auf, setzte aber die Schriftgiesserei noch bis 1777 fort. So viele Vorzüge auch Baskervilles Schriften besassen, so fanden sie doch nicht allgemeinen Beifall bei dem englischen Publikum, das den Schriften Caslons und Jacksons den Vorzug gab. Sie lagen nun als tote Masse da, bis der bekannte Beaumarchais in Paris sie im Jahre 1779 um den Preis von 3700 £ Sterl. kaufte; die Universität Cambridge hatte die angebotene Erwerbung abgelehnt.
W. Bowyer d. ä. * 1663, † 1737.
Ein grosses Ansehen als einer der gelehrtesten, tüchtigsten und bravsten Buchdrucker erwarb sich William Bowyer d. j. Bereits sein Vater Will. Bowyer d. ä. besass einen höchst geachteten Namen. Er hatte 1686 ein Verlagsgeschäft, 1699 eine Buchdruckerei begründet. Wie gross die Achtung war, die er genoss, zeigte sich, als sein Geschäft in der Nacht vom 29. zum 30. Januar 1712 vollständig durch Feuer zerstört wurde. Durch rasche Subskription deckten Freunde und Konkurrenten mehr als die Hälfte des ihm entstandenen Schadens von 5000 £ Sterl.
W. Bowyer d. j. * 19. Dez. 1699, † 18. Nov. 1777.
Der Sohn William Bowyer d. j. studierte in Cambridge, wo er von 1716–1722 mit litterarischen Arbeiten und Korrekturen wissenschaftlicher Werke beschäftigt war. Dann trat er in das Geschäft des Vaters und fuhr fort, den mehr litterarischen Teil desselben zu besorgen, worin ihn seine zweite Frau, Elizabeth Bill, vortrefflich unterstützte. 1729 wurden Bowyer die Arbeiten des Unterhauses übertragen, die er fast 50 Jahre lang lieferte[53].
John Nichols * 15. Juli 1779, † 26. Mai 1826.
Im Jahre 1766 hatte Bowyer John Nichols zum Teilhaber genommen. Dieser hatte bei Bowyer gelernt und sich so gut betragen, dass Bowyer die Hälfte des Lehrgeldes an den Vater Nichols' zurückzahlte. Aus dem Lehrherrn und dem Lehrling wurden Freunde und Associés. Nach Bowyers Tod behielt Nichols das Geschäft allein. Er war nicht nur Erbe der Tüchtigkeit und Gelehrsamkeit seiner Vorgänger, sondern auch von deren Unglück, denn am 8. Februar 1808 war wieder das Feuer Verheerer alles dessen, was seit fast hundert Jahren, seit dem ersten Brande, an Verlag, seltenen Büchern, Druckmaterial u. s. w. gesammelt war. Nichols war jedoch nicht der Mann, den Mut zu verlieren. Mit seinem Sohne und Associé, der den Zunamen Bowyer angenommen hatte, richtete er alles aufs neue ein. 1804 war er Vorsteher der Stationers Company geworden und hatte damit das Ziel seines geschäftlichen Ehrgeizes erreicht. Seit 1806 beschäftigte er sich zumeist mit litterarischen Arbeiten.
Will. Strahan * 1715.
William Strahan kaufte einen Teil des Patentes eines königlichen Buchdruckers, erwarb für so hohe Honorare, wie sie selten bezahlt worden waren, die Verlagsrechte von Arbeiten der hervorragendsten Autoren seiner Zeit und ward 1774 Vorsitzender der Stationers Company. Er stand zu einer Reihe von bedeutenden Persönlichkeiten in naher Beziehung, unter anderen zu Franklin, mit Andr. Strahan † 1831.
Thom. Spilburydem er in London zusammen gearbeitet hatte. Noch in einem seiner letzten Briefe an Strahan bespricht Franklin in von der Buchdruckerkunst entlehnten Allegorien und Ausdrücken scherzhaft die Politik. Der Sohn Andrew Strahan trat in die Fussstapfen des Vaters und fand in Thomas Spilbury einen würdigen Nachfolger, der französische Klassiker mit solcher Korrektheit druckte, dass sie selbst in Frankreich den französischen Ausgaben vorgezogen wurden.