Ch. Whittingham * 16. Juni 1767.

Charles Whittingham war in Calledon bei Coventry geboren. Im Jahre 1792 etablierte er sich in London, wo er bis 1811 viele schöne Werke für Londoner Verleger druckte. Er war einer der ersten, welche die Zurichtung der Holzschnitte zur Vollkommenheit brachten. Im Jahre 1811 überliess er seinem Teilnehmer Rowland die Leitung des Londoner Geschäfts und zog nach Chiswick. Aus seiner Chiswick-Press ging unter anderen bedeutenden Werken in den Jahren 1819–1822 eine vortreffliche, nur in 500 Exemplaren gedruckte und auf einmal herausgegebene Oktav-Ausgabe der englischen Dichter in 100 Bänden hervor. Das Geschäft ging auf Whittingham II. * 30. Okt. 1795.den Neffen Charles Whittingham über, der jedoch daneben eine von ihm selbst begründete Offizin in London hatte, wo er, mit Peels Werken beginnend, eine Reihe von schönen Ausgaben für Will. Pickering bis zu dessen 1854 erfolgtem Tode druckte. Sein Sohn Ch. John Whittingham starb am 21. April 1876.

Luke Hansard * 5. Juli 1752, † 28. Okt. 1828.

Berühmt wurden auch Hansard Vater und Sohn. Ersterer, Luke Hansard, ist namentlich als Parlamentsdrucker bekannt. Er lernte in seiner Vaterstadt Norwich und arbeitete später in dem Geschäft des Parlamentsdruckers John Hughs. Hansard wurde erst Dirigent der Buchdruckerei, dann Teilhaber und im Jahre 1800 Alleinbesitzer. Sein Ruf wurde durch die ungewöhnliche Promptheit, mit welcher er stets die Regierungsarbeiten ausführte, fest begründet. Freilich war es auch lohnend, für die Regierung zu arbeiten. Die Rechnungen Hansards d. j. betrugen 1829 125772 £ Sterl.; in dem Jahre 1830 wurde für 86217 £ Sterl. gedruckt. 1831 machten die Parlamentsakten 120 Foliobände aus[55]. Luke Hansard starb, 77 Jahre alt, im Besitz des allgemein verbreiteten Rufes, ein seltener Mensch gewesen zu sein[56].

Th. C. Hansard * 6. Nov. 1776, † 14. Mai 1833.

Thomas Curson Hansard, der Sohn und Nachfolger Lukes, ist namentlich bekannt als Verfasser der Typographia, des renommiertesten englischen Handbuches der Geschichte und Technik der Buchdruckerkunst, welches eine Menge schätzbares Material enthält, dessen bessere Sichtung und Durcharbeitung jedoch sehr zu wünschen gewesen wäre.


Xylographie.

Gleichzeitig mit der Wiedergeburt der Typographie erhob sich auch die Xylographie aus dem Elend, in welches sie versunken war, eine Renaissance, die wir ebenfalls einem Engländer verdanken, was um so mehr überrascht, als England zu einer Zeit, wo diese Kunst in Deutschland, Frankreich und Italien blühte, noch gar keine Holzschneidekünstler aufzuweisen gehabt hatte. Auf welcher Stufe der Unbedeutendheit die Xylographie sich befand, geht daraus hervor, dass zu Anfang des XIX. Jahrhunderts London nur zwölf Holzschneider zählte. Man kann sonach, was England betrifft, fast richtiger von einer Geburt als von der Wiedergeburt der Kunst durch Thomas Bewick reden.

Th. Bewick * 12. Aug. 1753, † 8. März 1828.