Da viele Geschäfte 300–1000 Personen beschäftigen, so ist das Heer der Arbeiter ein mächtiges. Im Jahr 1882 betrug die Zahl der Mitglieder des Londoner Setzer-Vereins 4960; die Einnahme war 10000 £ Sterl., das Einkommen der verschiedenen Gehülfen-Organisationen bezifferte sich im ganzen auf 257439 £ Sterl., die Fonds betrugen 272413 £ Sterl.

Die Frauen als Setzerinnen.

Die Versuche, Frauen als Setzerinnen auszubilden, haben keine bedeutenden Erfolge gehabt. Miss Emily Faithfull, die Gründerin der seit 1858 bestehenden „Victoria-Druckerei“, gab 1880 ihren Posten auf. Nur bei den Setzmaschinen finden Frauen in grösserer Zahl Beschäftigung.

Arbeitsweise.

In den grossen Buchdruckereien werden die Arbeiten in fabelhaft kurzen Fristen ausgeführt und das vorhandene Material ist ein enormes. Umfangreiche Werke in mehreren Bänden bleiben oft in Formen geschlossen stehen, bis über einen etwaigen Neudruck entschieden wird. Solche Arbeiten müssen selbstverständlich den Anforderungen entsprechend bezahlt werden, während gewöhnliche, die mit Musse betrieben werden können, billig zu haben sind. Hierbei zeigt sich so recht der geschäftliche Vorteil, der darin liegt, erstens nur eine Druckschrift nötig zu haben, und dann nicht von dem individuellen Geschmack eines jeden Bestellers abhängig zu sein, wie es in Deutschland der Fall ist, wo, abgesehen von Fraktur oder Antiqua, bald eine breite, dann eine schmale, bald eine runde, dann eine eckige Schrift verlangt wird, stets natürlich zugleich eine neue.

Für seine wirkliche Arbeit wird der englische Setzer gut bezahlt, den „Speck“ der deutschen Buchdruckereien kennt er nicht. Die Setzer teilen sich in Establishment hands (oder Stabhands), die den festen Stamm bilden und im festen Gelde arbeiten; Full framers, die nach Stück bezahlt werden und in der Regel auch tüchtige Arbeiter sind; Suppers, die nur volle Arbeit haben, wenn das Geschäft flott geht, denen jedoch ein Minimum garantiert wird; und Grasscutters, die täglich nachfragen, ob augenblicklich Arbeit vorhanden ist.

Die Lokale sind in der Regel nicht besonders bequem eingerichtet, weil der Raum ein sehr kostspieliger, so dass in dem von einer deutschen Buchdruckerei in Anspruch genommenen eine englische Druckerei des doppelten Umfanges Platz finden würde.