Stationary.

Die Stationary-Artikel, die teils auf typographischem, teils auf chromolithographischem Wege hergestellt werden, veranlassen ein sehr bedeutendes Geschäft. Die Zahl der Neujahrskarten allein berechnet man auf mehr als 12 Millionen Stück. Welchen Wert man auf solche Kleinigkeiten legt, geht daraus hervor, dass ein Fabrikant 14 Prämien, zusammen von 10000 Mark, für die besten Zeichnungen bestimmte. Von den in London von Weihnachten bis Neujahr versandten 8–9 Millionen Couverts wird bei weitem die grössere Zahl eine Neujahrskarte mit enthalten. Ebenfalls bedeutend ist der Verkehr in Osterkarten und Valentines, schöne, manchmal kostbar ausgestattete Huldigungskarten für das zarte Geschlecht, die am St. Valentinstag, den 14. Februar, in grosser Zahl anonym versandt werden. In der Regel ist der Preis einer solchen Karte 6 Pence bis zu 1 Shilling, es kommen aber auch nicht selten solche vor, die 10 bis 20 Guineen und mehr kosten.

Da jährlich 1200 Millionen Briefe versandt werden, so erfordern diese allein eine enorme Anzahl von Couverts. Diese Fabrikations-Branche beschäftigt gegen 3000 Menschen.

Wie bedeutend der Kalenderdruck in England ist, kann man daraus beurteilen, dass ein Kalenderdrucker, A. Cooke in Leeds, allein bei einer einzigen Holzhandlung 1700000 Stäbe als Halter für Kalender in Bogen bestellte.

Von Spielkarten-Fabriken hat England 18, die etwa 1200000 Pack liefern.

Unter den Firmen, die besonders für die Stationers arbeiten, sind: Marcus Ward, der mit 60 Schnellpressen namentlich Weihnachtskarten und Valentines nebst illustrierten Kinderbüchern druckt; de la Rue & Co., die in ähnlicher und Spielkarten-Fabrikation, so wie mit Herstellung von Luxuspapieren 1000 Personen beschäftigen; Ch. Goodall & Sons, die in ihren Camden-works mehr als 600 Sorten Spielkarten liefern.

Eins der bedeutendsten Stationery-Geschäfte in London ist das der Regierung, von welchem etwa 250 öffentliche Institute ihren Bedarf beziehen. Der jährliche Umsatz beträgt etwa 13 Millionen Mark, von welchen gegen 4 Millionen auf Indien kommen. Dass dabei auch Makulatur vorkommt, ergiebt der jährliche Verkauf von solcher zu einem Betrag von ungefähr 320000 Mark, die einen ursprünglichen Wert von etwa 1600000 Mark repräsentieren.

Das Papier.

Da der Konsum von Papier ein ausserordentlich grosser ist und billige Preise verlangt werden, so konnte es nicht anders sein, als dass die Stoffmischungen der Neuzeit in der Papierfabrikation, welche für die Zukunft der Bücher im höchsten Grade gefahrdrohend geworden, auch in England nicht ohne Verwendung blieben, jedoch wird dort immer noch am meisten auf ein gutes Papier selbst bei gewöhnlichen Arbeiten gehalten[71]. Die Fabrikation des Maschinenpapiers ist zwar keine englische Erfindung (vgl. Kap. [V]), aber, wie die Schnellpresse, kam auch die Papiermaschine erst in England zur praktischen Geltung, namentlich durch die Bestrebungen Donkins. Der Name Whatman ist typisch geworden für das vorzügliche Büttenpapier, welches bei den Ausgaben für Liebhaber verwendet wird. Whatman selbst zog sich vom Geschäft zurück aus Verdruss, weil er seinen Arbeitern nicht denselben Sinn für Erreichung der höchsten Ziele einflössen konnte, der ihn selbst beseelte.