ASIEN, AUSTRALIEN UND SÜD-AFRIKA.

An die typographische Geschichte Englands schliesst sich eng diejenige Asiens, Australiens und Süd-Afrikas.

In ihren Anfängen lernten wir bereits die Presse in Asien kennen (I, S. 282), sie sollte rasch an Bedeutung gewinnen.

Indien, Calcutta.

Calcutta, die Hauptstadt Indiens und der wichtigste Sitz des dortigen Pressgewerbes, erhielt erst im Jahre 1778 durch Charles Wilkins, einen berühmten Sanskritforscher, eine Buchdruckerei mit einer Schriftgiesserei. Hier wurden neben den Missionsschriften eine Menge wissenschaftliche und belehrende Schriften in den Landesidiomen, ausserdem auch englische Bücher und Zeitschriften gedruckt. In dem naheliegenden Serampur, dem wichtigsten Platz der Baptisten-Mission, besass Dr. Carey zu Anfang des Jahrhunderts eine Presse, auf welcher er 1801 das Neue und bald nachher das Alte Testament druckte. Eine Schriftgiesserei und eine Papiermühle liessen nicht lange auf sich warten und eine lebhafte Thätigkeit entwickelte sich, um die heiligen Schriften in verschiedenen Sprachen der Eingeborenen zu veröffentlichen. Die Offizin brannte zwar 1811 vollständig nieder, da jedoch glücklicherweise alle Matern gerettet waren, konnte man bereits nach Verlauf von kaum einem Jahre wieder heilige Schriften in 18 Sprachen herausgeben. Ein 1818 gedrucktes Probebuch enthält das Vaterunser mit 51 verschiedenen Sorten einheimischer Typen gesetzt.

Benares.

Madras.

Benares, die heilige Stadt der Hindus am Ganges, wo sich eine englisch-indische Hochschule zur Ausbildung der Hindus befand, besass eine, später sehr thätige, Offizin. In Negapatnam hatte der aufgeklärte Rajah von Tanjore eine von Europäern bediente Presse im Gang. Die Britische Bibelgesellschaft gründete dort ebenfalls eine Buchdruckerei. Auch Madras, die zweitwichtigste Stadt an der Ostküste, entwickelte seit 1772 eine rege Thätigkeit.

Bombay.

Aus dem Hauptorte der Westküste, Bombay, finden sich Bücher mit der Jahreszahl 1792; der Aufschwung der dortigen Presse datiert jedoch erst von 1813. In Cotym, auf der Malabarküste, versuchte der Missionär Benj. Baley Typen der Landesschrift selbst zu schneiden und zu giessen, um damit heilige Schriften zu drucken; 1820 kam ihm die Bibelgesellschaft in Calcutta mit einer ordentlich eingerichteten Buchdruckerei zuhülfe.