Ceylon.

Auf Ceylon gingen aus der bereits vom Freiherrn von Imhof gegründeten Druckerei (I, S. 288) im Jahre 1771 das Neue Testament in cingalesischer Sprache und später manche, zumteil vorzüglich ausgestattete wissenschaftliche Werke hervor. Die Pressthätigkeit in der Hauptstadt Colombo ist jetzt eine bedeutende und die sehr gut geleitete Regierungsdruckerei beschäftigt über 150 Personen, unter welchen sich nur zwei Europäer befinden. Sie disponiert über 5 Schnellpressen, 10 Handpressen, 1 Eisenbahn-Billetdruck-Maschine und 5 Liniiermaschinen.

Hinterindien.

Nach Ranguhn in Hinterindien, der Hauptstadt von Birma, war bereits 1808 eine Presse gekommen. 1814 erhielt Dr. Carey in Serampur von dem Kaiser von Birma den Auftrag, in Ava eine Druckerei zu errichten, und bereits 1822 war das Neue Testament in 29 Sprachen und die ganze Bibel in 6 Sprachen gedruckt, darunter eine mit beweglichen Typen gesetzte chinesische Bibel. Noch viele wissenschaftliche Werke entsprangen der thätigen Presse.

In Malacca druckte der Missionär Milne anfänglich nach chinesischer Art. Später traf eine europäische Druckeinrichtung ein. Das dort errichtete englisch-chinesische Kollegium, das für Religion und Wissenschaft gute Früchte getragen hatte, ward später nach Singapur verlegt.

Die Inseln.

Von den Inseln des Indischen Archipels erhielt Java eine, 1823 von dem Missionär Medhurst in Batavia eingerichtete Offizin, aus welcher im Jahre 1835 des Genannten Wörterbuch der chinesischen, japanischen und der Korea-Sprache hervorging. Auf Sumatra befanden sich um 1820 in Benkulen und dem benachbarten Fort Marlborough Missionspressen.

China.

In China war einer der wichtigsten Druckorte Macao bei Canton. Dort machte im Jahre 1810 Morrison Versuche, das Neue Testament von Holztafeln zu drucken. 1814 wurde ihm von der Ostindischen Handelsgesellschaft eine vollständige Druckerei unter der Leitung von P. Thoms übersandt, doch gelang es erst 1822, das englisch-chinesische Wörterbuch in 6 Quartbänden zu vollenden. In diesem Jahre erschien auch die erste Nummer einer portugiesischen Zeitschrift „Die chinesische Biene“. Medhursts „Dictionary of the Hok-Kien dialect of the Chinese language, containing 12000 characters“ konnte erst 1832 ausgegeben werden. In Canton selbst wurde ebenfalls sehr viel gedruckt. Die grösste Buchdruckerei ist die der presbyterianischen Mission in Shanghai, mit der eine Schriftgiesserei verbunden ist. Im Jahre 1868 wurden dort 25 Millionen Seiten gedruckt, 1869 ein illustriertes Neues Testament und verschiedene Andachtsbücher mit dort angefertigten Abbildungen in vortrefflichen Galvanos. Hier erschien auch das grosse japanische Lexikon des Dr. Hepburn in Yokohama. In hohem Grade hemmend ist bei der Anwendung der europäischen Druckmethode die enorme Zahl der Fächer (gegen 6000) in den Setzkästen; jeder Setzer befindet sich förmlich inmitten eines Amphitheaters von Kästen.

In Peking erscheint die offizielle Zeitung King-Pao, welche die kaiserlichen Dekrete bringt und deren Geschichte bis an die Dynastie Tang, d. h. bis an das siebente bis zehnte Jahrhundert n. Chr., reicht. Jede Nummer bildet ein Heft von 20, wohl auch von 40 Seiten in gelbem Umschlag. Die Ausstattung ist eine klägliche, der jährliche Preis beträgt 27 Mark. Die Offizin befindet sich in dem kaiserlichen Palast. Seit mehreren Jahren erscheint eine Quintessenz aus der Zeitung in englischer Übersetzung. In Hongkong wurde die erste gedruckte Zeitung vor etwa 25 Jahren gegründet. In Shanghai werden zwei grosse chinesische Zeitungen nach europäischem Zuschnitt gedruckt, die nicht allein den Inhalt der kaiserlichen Zeitung reproduzieren, sondern auch Belehrendes und Ankündigungen bringen. Die eine, „Shénpao“, vertritt europäische Interessen, die andere, „Sinpao“, ist Organ europafeindlicher Mandarinen. Die Blätter sind gern gelesen und das eine hat gegen 10000 Abnehmer. Überhaupt ist das Publikum sehr wissenslustig und man findet in Shanghai fast an jeder Thüre eifrige Leser.