Letzterer Zweig ist überhaupt von sehr grosser Bedeutung, namentlich entwickeln die Bibel- und Missionsgesellschaften eine ausserordentliche Thätigkeit. Die 1816 gestiftete Amerikanische Bibelgesellschaft, deren Jahres-Einnahme jetzt etwa zwei und eine halbe Million Mark beträgt, druckte während der ersten sechzig Jahre ihres Bestehens über 33 Millionen Bibeln in 20 verschiedenen Ausgaben mit einem Aufwande von 75 Millionen Mark. Die Druckerei der Gesellschaft arbeitet mit 12 Rotationsmaschinen; die Zahl ihrer Stereotypplatten beträgt 65000. Im Jahre 1868 verbreitete The American Tract Society 807000 Bände und 9493000 Flugblätter. Der Verein Für Presbyterianischen Verlag weist über 2000 Artikel auf. Eine ähnliche Zahl sind aus den Pressen der, etwa 500 Personen und 30 Schnellpressen beschäftigenden Druckerei der Gesellschaft der Methodisten, die über ein Kapital von ungefähr 3500000 Mark disponiert, hervorgegangen. Über hundert Ausgaben der Bibel druckte die Firma John E. Potter & Co., unter deren zahlreichen anderen Verlagsartikeln sich die Bible Encyclopædia mit ihren 10000 Artikeln und über 3000 Abbildungen befindet. In einer ähnlichen Richtung wie die obigen Anstalten wirken The American Sunday School Union, The Evangelical Knowledge Society, der Nationale Mässigkeits-Verein, sowie die Firma A. J. Holman & Co. und noch viele Gesellschaften und Verleger. Für die Bedürfnisse der Katholiken sorgt unter anderen die Gesellschaft zur Verbreitung der Katholischen Litteratur. Auch die bekannte Firma Gebrüder Benziger in Einsiedeln unterhält zu diesem Zwecke eine Filiale in New-York.

Appleton & Co.

Das Geschäft, welches die vielseitigste Thätigkeit entwickelt, ist D. Appleton & Co. in New-York, gegründet 1831. Wie bei Brockhaus in Leipzig das Konversations-Lexikon, so bildet bei Appletons The American Encyclopaedia mit 4000 Holzschnitten und vielen Karten den Mittelpunkt des Verlages. Das schönste illustrierte Buch in Amerika dürfte ihr Picturesque America mit 850 Holzschnitten und 48 Stahlstichen sein, dem eine Picturesque Europe folgte. Ein wichtiger Teil des Verlages ist der den Bildungszwecken gewidmete. Auch die Anregung zu den International Scientifiques Series, die gleichzeitig auch in Deutschland, England, Frankreich, Italien und Russland erscheinen, ging von Appletons aus. Ihr North American Review steht in grossem Ansehen. Die Offizinen der Firma nehmen einen Raum von über 60000 engl. Quadratfuss ein. Mit der Buchdruckerei von etwa 50 Schnellpressen sind die verschiedenartigsten graphischen Anstalten verbunden.

J. B. Lippincott & Co.

Die Werkstätten von J. B. Lippincott & Co. in Philadelphia zählen zu den grossartigsten. Ihr Katalog führte 1879 weit über 2500 Werke auf, darunter Worcesters Dictionary of the English Language, das mit dem Websterschen um den Vorrang kämpft und einen mächtigen Band von 1854 Quartseiten mit 1000 Illustrationen bildet.

Houghton & Co.

Die Firma Houghton, Osgood & Co. besitzt ausser ihrem Geschäft in Boston ein bedeutendes Drucketablissement The riverside Press in Cambridge in unmittelbarer Nähe der Harvard-Universität. Sie vereinigen in ihrem Verlagskataloge die bedeutendsten Dichter und Romanschriftsteller Amerikas und Englands.

Blakeman & Co.

Ivison Blakeman, Taylor & Co. in New-York und Chicago, gegründet 1828, widmen sich ausschliesslich dem Verlage von Schulbüchern und verbreiteten bereits gegen 100 Millionen Bände. Wie bedeutend der Umfang der Geschäfte in Amerika ist, sieht man daraus, dass eine Sortimentshandlung in Chicago an einem Tage 186600 Bände aus dem Verlage der Genannten bestellte. Der tägliche Vertrieb ist gewöhnlich 15000 Bände. Von den vielen Lesebüchern von Sander werden jährlich etwa zwei Millionen Bände verbreitet. Bei dieser Firma erschien auch das Webstersche Wörterbuch, ein Quartband von 1840 Seiten mit 3000 Abbildungen.

Woods & Co.