Noch sei eine eigentümliche Kupferdruckpresse erwähnt, welche Aug. Godchaux zum Druck seiner kalligraphischen Vorlagen benutzt. Sie ist in der Art der Kattundruckpresse eingerichtet und druckt von endlosem Papier 2–3000 Exemplare. Nach vollzogenem Druck wird der Bogen durch Mechanismus von der Papierrolle abgetrennt. Ein Apparat, gleich dem Messer eines Farbewerks der Schnellpresse, hält die Kupferplatte rein. Für den Druck von Kunstblättern genügt die Maschine nicht.
Die Schriftgiessmaschine wurde von Baudoin, Laval, Foucher u. a. sehr verbessert. Beifall fanden die Maschinen von Serière & Bausa, welche mit zwei Giessinstrumenten und zwei Pfannen, die mit Einem Feuer erhitzt werden, versehen und von Einem Arbeiter bedient, täglich gegen 50000 Buchstaben lieferten.
Hülfsmaschinen und Apparate.
Von Arbeitserleichterungsmaschinen sind L. Poiriers und L. Legrands Bronciermaschinen, Tolmers Feuchtapparate und P. Ragueneaus autographische Pressen beachtenswert. Als Motor ist die Gasmaschine Lenoirs sehr beliebt.
Die allgemeinste Verbreitung und Nachahmung fanden die mechanischen Schliessstege von Marinoni & Chaudré, die in einfach-praktischer Weise einen vortrefflichen Ersatz der Schraubenrahmen bildeten. Eiserne Stege, an denen die dem Rahmen zugekehrte Seite schräg geformt und gezahnt ist, werden durch kleine, zwischen Steg und Rahmen einzufügende Rädchen, in deren Einschnitte die Zähne des Steges eingreifen, mittels eines Schraubenschlüssels unter sehr geringer Kraftanwendung angezogen und so die Form ganz fest geschlossen. Alcan Lévy & Lavater traten mit zerlegbarem Schliessrahmen auf, Valét & Co. in Marseille mit galvanischen Hohlstegen.
Utensilienlager.
Die Anschaffung des Materials erleichterte namentlich das grosse Utensilien-Geschäft von J. E. Boieldieu & Fils, denen auch manche Verbesserung zu verdanken ist. Namentlich sind ihre Stereotyp-Apparate vortrefflich. Die von ihnen gebaute grosse Plakatpresse besteht in einem mit Zahnstangen versehenen Fundament, in welchem ein Cylinder mit Zähnen, ähnlich wie in den Korrekturpressen, sich bewegt. Das Durchsehen des reichhaltigen illustrierten Katalogs[95] der Firma belehrt in leichter Weise über die Unterschiede des deutschen und des französischen Materials. Ein zweites sehr umfangreiches Utensilien-Geschäft sind die, durch Fusion der Firmen Ch. Bonnet & Co. aus Genf und Chevalier & Dreyfus in Paris entstandenen Usines Gutenberg.
Die französische Druckfarbe ist in den feineren Qualitäten vorzüglich. Als Fabrikanten stehen obenan Ch. Lorilleux[96], denen Le Franc & Co., Prudon & Co., Cauderon & Co. für bunte Farben folgen. Lemercier & Co. liefern vorzügliche lithographische Farben[97].
Das Papier.