„Erzähle weiter!“ rief das Eisen dem Dukaten zu.

„Bei seinem Tode,“ fuhr dieser fort, „war kein Testament vorhanden, darum erbte der Enkel die ganze Herrlichkeit. Er äußerte nicht den geringsten Kummer über den Tod des Großvaters; und das tat auch sonst niemand, denn alle haßten den alten Geizhals. Er wurde auf dem Armenkirchhof begraben. Das passe am besten zu seiner ganzen Lebensweise, meinte der Enkel, und dann könne er sich im Grabe wenigstens nicht über unnütze Geldausgaben ärgern. Und nun kamen wir wirklich unter die Leute. Es begann ein Leben in Saus und Braus, so daß man in der ganzen Stadt darüber sprach. Ich meinerseits wurde an einen Weinhändler ausgegeben, der mich auf die Bank brachte. Dann kam ich zu einem Schneider und ging nun von Hand zu Hand, ohne etwas Besonderes zu erleben. Jetzt bin ich hier. Und wie soll ich von hier wegkommen? Denn hier ist es noch weniger amüsant als in der Truhe des alten Wucherers. Ich will zu Menschen — Menschen — Menschen!“

„Der schlechte Umgang hat dich verdorben,“ sagte der Adler.

Aber das Blei, das Eisen, das Kupfer und das Silber seufzten und dachten ebenso wie der Dukaten.

7. Kapitel:
Der dritte Dukaten.

„Lieber Gott!“ sagte der Adler. „Wollt ihr wirklich noch mehr hören?“

„Ich kann nie genug hören!“ rief das Eisen. „Ich sehne mich nach der Welt und fürchte mich nicht vor ihr. Lieber möcht’ ich heute hinaus als morgen. Auch kann ich nicht einsehen, was ich mit all der Schlechtigkeit zu tun habe.“

„Du hast ja auch nichts damit zu tun,“ sagte der Dukaten, der seine Erzählung soeben beendigt hatte. „Aber du warst doch mit dabei.“

„Wo?“ fragte das Eisen.

„Du warst überall,“ erwiderte der Dukaten.