„Nun kann ich nicht mehr,“ seufzte sie. „Und ich will hoffen, daß ich genug getan habe. Ich fühle deutlich, daß ich sterben muß.“

„Warte doch noch ein wenig, und sieh dir dein Kind einmal an,“ sagte das Sandhaargras.

„Das erlebe ich nicht mehr,“ erwiderte die Grabwespe. „Auch ich habe meine Eltern nie gesehen.“

Ein Weilchen saß sie noch da und betrachtete den Eingang zu der Höhle, glättete mit ihren letzten Kräften den Sand, um das Nest zu verstecken, streckte dann die Beine von sich und war tot.

„Es war eine gute Seele!“ predigte das Sandhaargras.

Doch das Mannstreu rief: „Da kommt die Fliege!“

„Nun werden wir den letzten Akt des Dramas erleben,“ sagte die Erde, die fürchterlich neugierig war, aber es ungern zeigen wollte.

„Ungeheuer spannend!“ meinte der Sand. „Viel, viel fürchterlicher als die Geschichte vom Kuckuck. Und dann ist es eben gar keine Geschichte, die man glauben oder nicht glauben kann, sondern es spielt sich alles unmittelbar vor unseren Augen ab.“

Als die Fliege die Grabwespe sah, fuhr sie erschrocken zurück.

„Habe keine Angst!“ sagte das Sandhaargras. „Sie ist tot. Und von deinen Schurkenstreichen hat sie nie etwas erfahren.“