„Wir sind eine Million!“ erwiderte der Roggen.
Und wieder klang es über das ganze Feld hin, so daß es im Walde widerhallte:
„Eine Million... eine Million... eine Million!“
Es dauerte eine Weile, bis die Lichtnelke ihre Fassung wiedergewann. So überwältigt war sie. Aber kurz darauf sagte sie demütig:
„Will mir nicht einer von euch erzählen, wie ihr es anfangt, wenn ihr euch nicht der Bienen und Schmetterlinge bedient? Aber wenn’s geht, nur einer! Ich bin eine einsame Lichtnelke, und mir wird immer ganz unheimlich zumut, wenn ihr alle zugleich sprecht!“
Einen Augenblick war es ganz still im Roggen, und die Lichtnelke wartete auf die Beantwortung ihrer Frage. Dann flüsterte einer von den Roggenhalmen, die zunächst standen:
„Für euch ist’s eine Kleinigkeit, die Insekten zu bewegen, euern Staub zu besorgen, denn ihr seid ja nur ein paar! Aber unser Geschäft ist zu groß dazu. Bei uns wird das ganze an einem einzigen Tage abgemacht, ja manchmal in ein paar Stunden! Wir bedienen uns der Kraft des Windes, weißt du?“
„Soooooo?“
„Was tun sie?“ fragte die Nachtviole, die voll Interesse zugehört hatte.
Die Lichtnelke erzählte es ihr, und beide waren ebenso klug wie zuvor. Aber dann flüsterte der Roggenhalm wieder: