Dein Reich ist hier zu Ende; flieh fort in öde Weite!“
„Packt besser zu!“ schrie der Winter. „Brause, Sturm! Stürze, Schnee! Peitsche, Regen! Schlag’ nieder, Hagel!“
Und der Sturm brüllte lauter, und der Schnee stürzte herab. Es wurde so finster, als wären die Sonne und der Mond und Sterne erloschen. Große Felsblöcke rollten in das Tal hinab; die Berge bebten und spalteten sich. Es war, als ob die Welt untergehen wollte.
Aber durch das Dunkel leuchtete das grüne Gewand des Frühlings, und gewaltiger als Sturm und Donner tönte sein Sang. Erde, Luft und Wasser sangen mit; der elendeste Grashalm unterm Schnee, die Krähe im Walde, der Regenwurm in der Erde — sie alle nahmen nach besten Kräften daran teil. Selbst die Bäume, die unter dem Griff des Sturmes im Walde gestürzt waren, verkündigten in ihrer Todesstunde den Frühling:
„Du weißt, du mußt doch weichen und mußt dein Tun beenden.
Mein milder Sang auf Erden will Glück und Freude spenden.
Du weißt, ich bin gekommen, des Sommers Schloß zu bauen
auf deinen öden Stätten, auf Bergeshöh’n und Auen.“
Da ergab sich der Winter.