„Wann reisen wir?“ fragte das Eidergansfräulein.
„Morgen früh, Geliebte, wenn wir günstigen Wind haben,“ erwiderte der Bräutigam.
„Ich reise mit,“ sagte die Tante. „Erstens ist es passend so. Und dann ist es so hübsch, solch junges Glück mitanzusehen.“
Am nächsten Morgen reisten sie fort.
Es war noch dunkel, als die Abreise der Vögel begann. Tausende von Eidergänsen flogen in Scharen und Schwärmen, und immer neue Tausende kamen von allen Himmelsgegenden hinzu. Die Möwe und der Sperling erwachten von dem Gepiep und Gesang in der Luft.
„Nach Norden zu ziehen in so einer Kälte!“ rief der Sperling zitternd. „Es friert ärger als je.“
„Es ist Frühling in der Luft, wenn man liebt,“ sagte die Möwe.
Tag und Nacht hindurch reisten die Eidergänse nach Norden.
Es waren so viele Vögel, daß sie sich gar nicht untereinander auskannten; und je mehr Zeit verging und je näher sie dem Ziele kamen, desto mehr wuchs ihre Sehnsucht; und sie flogen, wie wenn ihnen die Flügel brannten. Die Tante wich nicht von der Seite der beiden jungen Liebesleute und war ebenso flink im Fliegen wie sie und so glücklich, als ob sie selbst zum achtenmal heiraten sollte.