kündet des Winters eiserne Zeit,
ruft den Weidmann zu fröhlicher Jagd.“
Der Sommerfürst stand still und hob die Augen nach Westen hin. Und der Herbst setzte das Horn ab und verneigte sich tief vor ihm.
„Sei mir willkommen!“ sagte der Sommer.
Er ging ihm einen Schritt entgegen, einen und nicht mehr, wie es sich für den Größeren ziemt. Aber der Herbstfürst kam über die Hügel hinab und verneigte sich abermals tief.
Hand in Hand gingen sie durch das Tal. Und von dem Sommer ging ein so strahlender Glanz aus, daß niemand des Herbstes gewahr wurde. Die Töne seines Hornes erstarben in der Luft, und alle hatten den Schauder, der sie vorher überlief, verwunden. Die Bäume, Vögel und Blumen waren wieder zu sich gekommen, und sie rauschten, sangen und zankten.
Der Fluß rann dahin, das Schilfrohr flüsterte, und die Bienen holten sich im Heidekraut einen Sommerrausch.
Aber dort, wo die Fürsten auf ihrer Wanderung durch das Tal stillstanden, geschah es, daß das Laub auf der Seite, wo der Herbst stand, gelb wurde. Ein kleines Blatt löste sich von seinem Stengel, flatterte weg und fiel ihm zu Füßen nieder. Die Nachtigall sang nicht mehr, obwohl es Abend war, der Kuckuck schwieg und flatterte unruhig im Walde umher, der Storch streckte sich auf dem Nest aus und starrte gegen Süden.
Aber die Fürsten achteten dessen nicht.
„Sei mir willkommen!“ sagte der Sommer wieder. „Entsinnst du dich deines Versprechens?“