Anemonen und Waldmeister krochen aus der Erde hervor und blühten auf. Die Buchenknospen schwollen, und die Keime der ganzen Welt regten sich, ohne daß man ihnen ansehen konnte, was aus ihnen werden würde. Der Bach sprang nach einer ganz anderen Melodie dahin als vorher. Und selbst der Star stieß muntere Laute aus und begann, Halme für sein Nest zusammenzutragen.

Der Frühling war da.

Und während die Tage verstrichen, die Sonne schien und der Regen fiel, quoll das Leben stärker und stärker hervor.

Die Buchenknospen sprangen auf in wunderschönem Hellgrün.

„Du erkältest dich,“ sagte die Eiche, die noch grau und garstig dastand.

„Nicht in meinem Alter,“ erwiderte die Buche und schaukelte vergnügt ihre grünen Zweige im Frühlingswinde. „Die Jugend kann unglaublich viel aushalten. Bedenke, ich bin fünfhundert Jahre jünger als du. Aber ein alter Knabe muß natürlich vorsichtiger sein.“

„Ich komme, ich komme,“ rief die Eiche. „Ich beeile mich ja, soviel ich kann. Es kam bloß so über mich.“

Die Fliegen begannen zu summen. Der Mistkäfer kam aus seinem Loch hervor. Die Bienen schwirrten zwischen den Blüten umher und unterhielten sich darüber, wie der Honig in diesem Jahr ausgefallen sei. Die Hummel beschloß, sich häuslich niederzulassen. Der Dachs erhob sich von seinem Winterlager und schlich nach der langen Fastenzeit schlottrig umher. Der Fuchs schnüffelte nach dem Hof des Bauern hin, ob er junge Hühnchen riechen könne. Die Fledermaus kam aus dem hohlen Baum hervor, wo sie den Winter über geschlafen hatte, und probierte ihre Flügel in der Abendluft. Die Krähen schrien, wie sie’s das ganze Jahr über taten, und in der Nacht heulten die Uhus. Es klang jämmerlich, aber sie meinten es nur gut damit.

Die alte Ameise öffnete den Hügel, setzte sich davor und rieb sich vergnügt die Kinnbacken.