Die Wöchnerin hatte sich alle Federn ausgerupft, die sie meinte entbehren zu können; und sie lagen wie ein schöner mausgrauer Wall um die Eier herum. Sie selbst aber lag über dem Ganzen und brütete und brütete. Im Anfang ging sie von Zeit zu Zeit zum Klippenrande hin und guckte zum Strande hinunter, wo der Mann sich mit den anderen Herren und den Damen, die keine Eier zu versorgen hatten, tummelte. Aber sie tat es seltener und seltener. Sie machte sich nichts mehr aus dem Essen und magerte ab; aber sie brütete und brütete unermüdlich. Die Tante kam täglich und hielt ein Plauderstündchen mit ihr.
Eines Tages kam auch ihr Mann und setzte sich ans Nest. Flott sah er aus mit seinem grünen Nacken und seinen glänzenden Augen.
„Na, wie geht es?“ fragte er.
„Ich verachte dich. Geh deiner Wege und laß dich nicht mehr vor mir sehen. Du hast mich mit den schönsten Versprechungen betört, und nicht eine davon hast du gehalten. Ich selbst habe mir alle die Dunen ausgerupft, die ich brauche. Tagaus, tagein liege ich hier allein, während du dich mit dem losen Pack unten am Strande vergnügst. Und keinen Bissen Essen hast du mir gebracht.“
„Tja—a,“ sagte er und scharrte mit seinen feinen, gelben Füßen in der Erde. „Ich würde dir gern hin und wieder eine kleine Muschel bringen, wenn dir das Freude macht. Aber nimm es doch nicht so tragisch. Glaubst du, ein Mann wägt seine Worte in der Verlobungszeit ab?“
„Pack’ dich!“ schrie sie. „Ich wünsche nicht, daß meine Kinder ihren unnatürlichen Vater zu sehen bekommen.“
„Na, mir liegt wirklich auch nichts daran, die kahlen Kleinen zu sehen. Und du bist wahrlich auch nicht mehr schön. So mager wie du bist und so voller kahler Flecke. Du bist gar nicht mehr das schöne Mädchen, in das ich mich verliebt hatte.“
Da wollte sie aus dem Neste auffahren und ihn Mores lehren, aber sie blieb wie angenagelt liegen und starrte auf einen Menschen, der den Kopf über den Rand des Felsens steckte. Ihr Gemahl flüchtete mit einem lauten Schrei und die Tante desgleichen. Aber der Mann kümmerte sich gar nicht um sie. Er kletterte ganz auf den Felsen hinauf und setzte einen großen Korb, den er bei sich hatte, neben das Nest.
„So ein wunderschönes Nest,“ sagte er. „Da sind ja Dunen für ein ganzes kleines Kissen.“