„Sobald sie hervorkommen, Majestät...“
„Ich will sie sofort sehen, sage ich!“
„Das ist leider unmöglich,“ erwiderte die alte Ameise. „Wie ich Ew. Majestät gesagt habe, vielleicht in ein paar Tagen...“
Aber die Königin beruhigte sich nicht dabei. Sie schrie und trat um sich und biß die alte Ameise, die flehentlich um Gnade bat und in ihrer Not schließlich in den Hügel hineinlief. Die Königin rannte ihr nach.
„Habt ihr je so etwas erlebt!“ sagte die Buche.
„Ich jedenfalls nicht,“ erwiderte der Buchfink. „Das Gewürm muß ja ganz den Verstand verloren haben. Sie glauben allen Ernstes, daß wir nur zu ihrem Vergnügen geschaffen sind.“
„Unglaublich!“ flüsterten die Anemonen.
Der Waldmeister sagte dasselbe. Die Tanne lachte, daß ihre Nadeln herabrieselten. Der eine erzählte es dem andern, und bald wußte es der ganze Wald, daß die Ameisen glaubten, die ganze Welt sei nur um ihretwillen da. Niemand konnte es begreifen. Und alle fanden es dumm und lächerlich.
„Es muß etwas dahinter stecken,“ sagte der Buchfink. „Wenn ich der alten Ameise begegne, werd’ ich versuchen, es herauszukriegen.“
Am nächsten Morgen in aller Frühe öffnete die Ameise den Hügel.