„Denen geht es gut, allen fünfen,“ sagte die Tante. „Sei nur unbesorgt. Aber was ist dir?“

„Ich sterbe,“ ächzte die Mutter. „Ich bin ganz voller Schrotkörner und spüre deutlich, daß ich sterben muß. Ach, meine Kinder, meine Kinder!“

„Ihretwegen brauchst du dir keine Sorgen zu machen,“ sagte die Tante. „Ich werde ihnen eine zweite Mutter sein und so gut für sie sorgen, als ob es meine eigenen Kinder wären.“

„Ach, Tante,“ rief die junge Mutter mit schwacher Stimme. „Du bist so furchtbar leichtsinnig. Ich habe ja selbst da oben gesessen und gesehen, wie du dich zwischen den Mannsleuten und den jungen Mädchen unten umhergetummelt und mit ihnen gescherzt hast. Wie könnte eine Mutter dir ihre Kinder anvertrauen?“

„Du irrst dich,“ sagte die Tante. „Wenn man Kinder hat, ist das anders. Leg’ du dich nur ganz ruhig hin und stirb.“

Und das tat die Eidergans auch.

Sie fiel um und konnte gerade noch einmal einen Blick auf ihre Jungen werfen. Aber die Tante wartete nicht einmal, bis sie ganz tot war. Sie vergaß alles, nur nicht, daß sie plötzlich fünf prächtige Kinderchen bekommen hatte, und machte sich auf der Stelle mit ihnen auf die Wanderung an den Strand. Sie wußte den kürzesten Weg, denn sie war ihn ja schon siebenmal mit ihren Jungen gegangen. Sie erleichterte den Kleinen den Weg und streichelte sie mit dem Schnabel und lobte und schalt sie, je nachdem sie es verdienten.

Als die Mutter ihre Augen schloß, waren ihre Kinder schon unten am Strande.

Rasch schwammen sie hinaus und begannen sofort zu tauchen, so daß es eine Lust war, es anzusehen. Die Tante bewachte sie und war vor Stolz ganz aus dem Häuschen. Ein alter Kavalier kam zu ihr hin und wollte sie zu einer Tour aufs Meer auffordern; aber sie versetzte ihm einen ordentlichen Hieb mit dem Schnabel.