„Sieht er nicht, daß ich Kinder habe, alter Flegel!“ rief sie. „Fort mit ihm, oder ich will ihn lehren.“

Und sie blieb bei den Kindern, bis sie sich selbst helfen konnten. Winter auf Winter reiste sie mit ihnen nach dem Süden und hörte mit an, wie die Männer um sie freiten und ihnen alles mögliche vorschwatzten, genau so, wie ihr Vater es bei ihrer Mutter getan hatte. Und dann wies sie ihnen gute Brutgelegenheit, machte Hochzeitsvisite und genoß auf dem ganzen Felsen Ehre und Ansehen, bis eines Tages ein Seeadler sie ergriff und auf der Stelle verschlang.

Grabwespe und Goldwespe.

Der alte Pfahl stand unten im Garten.

Es gab freilich viele, die oft im Garten gewesen waren und den Pfahl nie gesehen hatten. Denn erstens war der Garten sehr groß. Es war so ein richtiger Garten mit einem ganzen Wald von Stachelbeersträuchern, mit grünen Rasenflächen und knorrigen Apfelbäumen, Kartoffeln und Kohl in langen Reihen, Rhabarber mit dicken, roten Stengeln, Spargelkraut mit wehenden grünen Spitzen, mit einem Gewirr von Blumen und einem ungeheuer langen Haselnußgang. Der Haselnußgang war so lang, daß, wenn ein großer Junge an dem einen Ende gegangen kam, er von dem andern Ende aus ganz klein aussah. Und zweitens stand der alte Pfahl so gut versteckt, daß Genie dazu gehörte, ihn zu finden.

Er stand nämlich in der allerhintersten Ecke des Gartens auf einer kleinen Anhöhe, dicht am Zaune des Nachbars.

Eigentlich war es allerdings gar keine Anhöhe ... Die Anhöhe lag drüben an der andern Ecke, nach dem Weg hin, und auf ihr standen ein Tisch und eine Bank und außerdem auch eine hohe weiße Flaggenstange. Aber der alte Pfahl stand auf einem Haufen von welken Blättern und Schutt und Steinen und andern Abfällen, die der Gärtner auf seiner Schiebkarre hierher gefahren hatte.