„Lebt wohl!“ rief die Nelke müde. „Es war eine schöne Zeit, die wir miteinander verlebt haben. Nun kann ich nicht mehr.“
Und damit starb sie. Alle die Freunde sahen einander entsetzt an.
„Wir müssen dem Wind ein gutes Wort geben,“ sagte der Nußstrauch, in dem noch am meisten Leben war. „Sonst ist es aus mit uns allen.“
Am nächsten Morgen in der Frühe kam der Wind herbeigeschlichen. Er kam ganz sacht, denn auch er war der unleidlichen trocknen Wärme müde; aber seine Runde mußte er ja machen.
„Lieber Wind,“ sagte die Kornblume. „Bring uns eine kleine Wolke, sonst sterben wir allesamt.“
„Es ist keine Wolke da,“ erwiderte der Wind.
„Du lügst, Wind,“ sagte der Hänfling. „Weit drüben im Westen steht eine wunderschöne graue Wolke.“
„So—oo!“ sagte der Wind. „Ich bin augenblicklich Ostwind, da kann ich auch nicht helfen.“
„Dreh dich, lieber Wind, und bring uns die Wolke!“ bat die Glockenblume sehr beweglich. „Du kannst ja laufen, wohin du willst, und wir werden dir dankbar sein, solange wir leben.“
„Du kannst dich um die ganze Gesellschaft verdient machen,“ fiel der Nußstrauch ein.